Nach der Festnahme des terrorverdächtigen Syrers Dschaber al-Bakr aus Chemnitz sehen die Ermittler einen Bezug zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). «Vorgehensweise und Verhalten des Verdächtigen sprechen derzeit für einen IS-Kontext», sagte der Präsident des sächsischen Landeskriminalamts (LKA), Jörg Michaelis, in Dresden. Der 22-jährige Flüchtling habe nach vorliegenden Erkenntnissen an einem «Sprengsatz möglicherweise in Form einer Sprengstoffweste» gearbeitet.

Die an das LKA in Dresden übermittelten Informationen besagten laut Michaelis, dass der Mann «aktuell ein Sprengstoffattentat vorbereitet» habe. Demnach hatte er «im Internet Recherchen zur Herstellung von Sprengsätzen durchgeführt und sich entsprechenden Grundstoffe beschafft». «Es musste davon ausgegangenen werden, dass der Sprengsatz möglicherweise in Form einer Sprengstoffweste kurz vor der Fertigstellung steht oder bereits einsatzbereit ist», sagte Michaelis.

Syrer hielt Verdächtigen fest

Dschaber al-Bakr war am frühen Morgen in Leipzig festgenommen worden. Er wurde laut Polizei in einer Wohnung von Landsleuten bereits «festgehalten». Zuvor war er seit Samstag auf der Flucht. Das Portal «Spiegel Online» berichtete am Montag, der Gesuchte sei im Leipziger Stadtteil Paunsdorf festgenommen worden.

Er habe gegen Mitternacht einen Syrer am Hauptbahnhof der sächsischen Stadt angesprochen, weil er bei ihm übernachten wollte. Dieser habe Al-Bakr mit nach Hause genommen, aber die Polizei verständigt, nachdem er von der Fahndung erfahren habe. Dem Bericht zufolge fanden die alarmierten Beamten den Verdächtigen dort bereits gefesselt vor.

(sda/cfr/mbü)

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