Die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaft 2022 an das Golf-Emirat Katar bringt den Weltfussballverband Fifa zunehmend in Bedrängnis. Der australische Fussballverband FFA forderte am Dienstag Schadenersatz für den Fall, dass die Fifa im Oktober die Ausrichtung der WM in die Wintermonate verlegen sollte. Unter einer solchen Verlegung würde der reguläre Spielbetrieb in vielen nationalen Ligen leiden, erklärte FFA-Chef Frank Lowy.

«Klubs, Investoren, Fernsehsender, Spieler und Fans - sie alle wären betroffen.» Auch der US-Fernsehsender Fox, der sich mit seiner Offerte über geschätzte 425 Millionen Dollar für die Weltmeisterschaften der Jahre 2018 und 2022 gegen den Rivalen ESPN durchgesetzt hatte, ließ Kritik durchblicken: «Fox Sports hat die Rechte in der Annahme erworben, dass die WM im Sommer ausgespielt wird - wie es seit den 1930er Jahren der Fall ist.» Nun aber habe die Fifa mitgeteilt, dass sie über ein Verlegung nachdenke.

Blatter steht weiter zur WM-Vergabe an Katar

Australien war bei der Vergabe der WM 2022 ebenso an Katar gescheitert wie Japan, Südkorea und die USA. In die Bewerbung haben die Australier nach eigenen Angaben rund 40 Millionen Dollar gesteckt.

Die Vergabe an Katar sorgt seit langem für Streit. So hatten Kritiker erklärt, die Vergabe an das Emirat sei nicht transparent gewesen. Zudem kann es in der traditionellen Austragungszeit Juni/Juli in Katar sehr heiss werden, was gegen einer Austragung in der Jahreszeit spräche. Fifa-Chef Sepp Blatter hatte jüngst erklärt, er stehe weiter zu der Vergabe an Katar. Allerdings sei es ein Fehler gewesen, die Austragung in den Sommermonaten zu planen.

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(Reuters/moh)