Die Fifa macht einen Salto rückwärts. Nachdem die «Handelszeitung» im September enthüllte, dass die Fifa ihre pompöse Weltfussballer-Gala nicht mehr in der Zwinglistadt, sondern künftig in London abhalten wollte, stieg CVP-Stadtrat Gerold Lauber in die Hosen: Hinter den Kulissen lobbyierte er massiv für einen Verbleib des Anlasses in Zürich. Nun berichtet der «Blick», dass man nochmals in Zürich bleibe.

Zudem merkte die Fifa, dass ihr die Zeit davonläuft, obwohl die Pläne für den Umzug nach London konkret waren. Die Londoner City wurde auch im Interesse der grossen Fifa-Sponsoren gewählt, die sich mehr Werbewirkung versprechen. Die Fifa hat bisher laut gut informierten Quellen rund 5 Millionen Schweizer Franken für den kommenden Event aufgewendet.

Namensrechte bei den Franzosen

Der «Ballon d’Or» war bis dato eine Koproduktion der Fifa mit dem französischen Sportmagazin «France Football», wobei die Namensrechte bei den Franzosen lagen. Der Kooperationsvertrag zwischen Fifa und «France Football» wurde letztes Jahr nochmals um ein Jahr verlängert und ist nun ausgelaufen, wie ein Fifa-Sprecher bestätigt.

Der neue Mega-Event der Fifa heisst «FIFA Football Awards 2016», es steht nicht fest, wo der Event 2018 über die Bühne geht. Es steht ein Rotationsprinzip im Raum.

Dazu muss man wissen, dass diese Zeitung seit 1956 jeweils den besten Fussballer mit dem Ballon d'Or auszeichnete. Während der ganzen Zeit galt er als die grösste Ehre für einen Fussballer – bis heute ist der Begriff «Ballon d'Or» in der Fussballerwelt gleichzusetzen mit dem Oscar in der Filmindustrie. Die Zeitschrift schreibt stolz, dass dieser Preis seinen Wert für die Spieler behalten habe. «Sogar während den Jahren, als man ihn mit der Fifa teilte», bemerkte das Blatt spitz. Die Fifa zahlte während der gemeinsamen Feier für die Lizenzrechte 16 Millionen Euro an Amaury, die Herausgebergesellschaft von France Football, berichtete «El Mundo Deportivo».

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Zwischen 1991 und 2009 gab es schon einmal zwei Titel: Die Fifa kürte damals den «Fifa Weltfussballer des Jahres». Nun drohen Verhältnisse ähnlich dem Boxsport: Dort können sich gleich vier verschiedene Sportler zeitgleich Weltmeister nennen.