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Datenraub
Fifa von russischen Hackern ausspioniert

Fifa Hauptquartier in Zürich
Fifa-Logo: Die Organsiation stand im Visier von Datendieben. Quelle: © KEYSTONE / ENNIO LEANZA

Die US-Justiz verklagt einen Russen, der Cyberattacken auf die Fifa ausgeführt haben soll. Der Auftrag kam vom russischen Geheimdienst.

Von Stefan Barmettler
am 04.10.2018

Auch der Fussballverband Fifa gerät in die Spionage-Affäre mit Russland. Das US-Justizministerium reicht Klage ein gegen sieben Russen, die im Auftrag des militärischen Geheimdienstes GRU im Westen spioniert haben sollen. Einem Russen, Artem Andreyevich Malyshev, wird vorgeworfen, eine Cyberattacke auf die Fifa ausgeführt zu haben. Abgesehen hatte man es auf Dopinglisten von Fussballspielern sowie Emails und Reports. Teile davon wurden nach US-Angaben am 28. August 2017 auf der Hacker-Site Fancy Bears publiziert. Mittlerweile ist diese Website gesperrt.

Gemäss Klageschrift der Amerikaner hatten es die Russen auf die Anti-Doping-Abteilung der Fifa abgesehen. Vermutlich erhoffte man sich aus dem Email-Verkehr zwischen Fussballweltverband und der Anti-Doping-Behörde WADA Informationen über den Wissensstand im Westen bezüglich des Staatsdopings in Russland. Weil die WADA Hinweise hatte, dass auch Fussballspieler aus dem russischen Nationalteam gedopt waren, geriet die Fifa offenbar ins Visier von Putins Spionen.

In der Zeit vom 6. Dezember 2016 bis zum 2. Januar 2017 soll der Computer des Leiters der Anti-Doping-Abteilung bei der Fifa angezapft worden sein. Mittels der Software X-agent sollen über 100 Dokumente mit Verträgen, Laborresultaten oder Papiere zum Vorgehen bei Doping-Tests gestohlen worden sein. Gemäss den USA soll beim Hack eine IP-Adresse von Artem Andreyevich Malyshev benutzt worden sein. Er soll ein GRU-Offizier mit Wohnsitz in Moskau sein.  

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