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Fillon fordert europäische Antwort auf Trump

Francois Fillon: Zusammenarbeit mit Deutschland an einem Tiefpunkt. Keystone

Ansage von Francois Fillon: Der konservative französische Präsidentschaftskandidat plädiert für eine selbstbewusste Reaktion Europas auf den neuen US-Präsidenten.

Veröffentlicht am 23.01.2017

«Wir sind nicht verpflichtet, uns mit den amerikanischen Spielregeln abzufinden», sagte der konservative französische Präsidentschaftskandidat Francois Fillon der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» laut Vorabbericht. Mehr denn je sei eine europäische Initiative gefragt. Donald Trumps Antrittsrede, in der dieser die Formel «Amerika zuerst» zur Leitlinie seiner Politik erklärt hatte, bezeichnete Fillon als «aggressiv».

Fillon wird an diesem Montag in Berlin erwartet, wo er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (alle CDU) treffen will. Der Franzose ist Umfragen zufolge Favorit für die Nachfolge des französischen Präsidenten Francois Hollande von den Sozialisten. Demnach dürfte Fillon bei der Präsidentschafts-Stichwahl am 7. Mai gegen die Chefin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, antreten.

«Partnerschaft nie so leer wie heute»

Die Zusammenarbeit Frankreichs mit Deutschland sieht der konservative Politiker auf einem Tiefpunkt. «Die Partnerschaft war nie so leer und schwach wie heute», sagte Fillon der Zeitung. Er warnte zugleich, der Ausstieg der Briten aus der EU könne für die Gemeinschaft «tödlich» sein, wenn es nicht gelinge, das europäische Projekt wiederzubeleben.

«Der EU geht es sehr schlecht. Mit einem starken Deutschland, ohne solides Gegengewicht», sagte Fillon. Zugleich wies er Befürchtungen zurück, eine Gegenallianz mit Russland anzustreben. Aber der Westen habe Fehler im Umgang mit Moskau begangen, wird Fillon zitiert. «Können wir Russland zu vernünftigen Positionen zurückbringen? Ich weiss es nicht, aber es ist ein Imperativ, es zu versuchen.»

(reuters/tno/jfr)

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