1. Home
  2. Politik
  3. Fillon und Juppé bremsen Sarkozy aus

Entscheid
Fillon und Juppé bremsen Sarkozy aus

Nicolas Sarkozy: Der Ex-Präsident zieht sich aus der Politik zurück. Keystone

Nicolas Sarkozys politisches Comeback ist früh gescheitert: Der ehemalige Präsident verliert in den Vorwahlen gegen François Fillon und Alain Juppé. Einer der beiden soll nun Marine Le Pen verhindern.

Veröffentlicht am 21.11.2016

Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der französischen Konservativen entscheidet sich in einer Stichwahl zwischen den beiden Ex-Ministerpräsidenten François Fillon und Alain Juppé. Fillon kam am Sonntag auf rund 44 Prozent, Juppé auf 28 Prozent. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wurde mit rund 20 Prozent lediglich Dritter und schied damit wie die anderen vier Bewerber aus.

Ein zweiter Wahlgang ist für kommenden Sonntag angesetzt. Die eigentliche Wahl des Präsidenten dürfte Umfragen zufolge dann in einer Stichwahl im Mai 2017 zwischen dem konservativen Kandidaten und Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National entschieden werden. Die zerstrittenen Sozialisten, die mit François Hollande derzeit den Präsidenten stellen, dürften bereits in der ersten Runde im April das Nachsehen haben.

Sarkozy gibt Abschied aus der Politik

Sarkozy räumte seine Niederlage noch am Abend ein. «Ich habe es nicht geschafft, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen», sagte er vor Anhängern. Er wolle sich aus der Politik zurückziehen. Er halte grosse Stücke auf Juppé, fühle sich aber Fillons politischen Ansichten näher und werde daher für ihn stimmen. Fillon war unter Sarkozy von 2007 bis 2012 Ministerpräsident.

Laut einer Umfrage des Instituts Opinionway würde Fillon als Favorit in eine Stichwahl gegen Juppé ziehen. Der Bewunderer der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, der als ökonomisch liberal gilt, kann demnach auf 56 Prozent der Stimmen hoffen. Allerdings werden dem 62-Jährigen in einem Duell mit Le Pen nicht so gute Chancen eingeräumt wie dem moderaten Konservativen Juppé. Der 71-Jährige hätte hingegen Umfragen zufolge leichtes Spiel gegen die Rechtsextremistin, weil er sich der Stimmen linker Wähler sicherer sein könnte als Fillon.

(sda/mbü/chb)

Anzeige