Der in Zürich festgenommene Fifa-Funktionär Eugenio Figueredo ist mit einer Beschwerde beim Bundesstrafgericht abgeblitzt. Figueredo hatte sich gegen die Auslieferungshaft gewehrt. Weil laut Bundesstrafgericht Fluchtgefahr besteht, bleibt er jedoch hinter Gittern.

Der 83-jährige Figueredo war am 27. Mai in Zürich zusammen mit sechs weiteren Fifa-Funktionären festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt worden. Als einziger der sieben wehrte er sich mit einer Beschwerde beim Bundesstrafgericht dagegen, während der Dauer des Auslieferungsverfahrens in die USA in Haft bleiben zu müssen.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Seine Argumente überzeugten nicht

Aufgrund seines hohen Alters und seines Gesundheitszustands bestehe keine Fluchtgefahr, argumentierte Figueredo, einer von acht Vize-Präsidenten der Fifa. Auch brächte ihm eine Flucht in sein Heimatland Uruguay nichts, da zwischen den USA und Uruguay Rechtshilfeabkommen bestünden.

Das Bundesstrafgericht folgte Figueredos Argumentation jedoch nicht. In seinem am Freitag veröffentlichten Urteil kommen die Richter zum Schluss, dass Fluchtgefahr vorliege. Trotz seines hohen Alters und angeblich schlechtem Gesundheitszustand sei Figueredo immer noch im Stande, längere Reisen zu unternehmen.

Kaution ist keine Alternative

Die Gefahr, dass sich der Beschwerdeführer einer Auslieferung an die USA durch Flucht entziehen könnte, sei ohne weiteres zu bejahen, heisst es im Urteil. Ersatzmassnahmen wie Kaution oder elektronische Überwachung würden das Risiko einer Flucht nicht genügend reduzieren.

Figueredo wird vorgeworfen, in seiner Funktion als Vizepräsident der Südamerikanischen Fussball-Konföderation Conmebolund später als Fifa-Vizepräsident von einer uruguayanischen Sportvermarktungsfirma Bestechungsgelder in Millionenhöhe im Zusammenhang mit der Austragung der Copa Amerika angenommen zu haben.

Bis zu 20 Jahren Haft

Figueredo und den anderen sechs in Zürich festgenommenen FIFA-Funktionären drohen wegen organisiertem Verbrechen, Betrug, Geldwäscherei und Bestechung Haftstrafen von bis zu 20 Jahren, wie das US-Department of Justice (DOJ) mitgeteilt hatte.

Figueredo hatte als einziger der sieben Beschwerde gegen die Auslieferungshaft eingelegt. Gegen die Auslieferung wehren sich hingegen alle. Die Schweiz hat die USA deshalb aufgefordert, für alle sieben Personen formelle Auslieferungsersuchen zu stellen. Bisher seien diese noch nicht eingetroffen, teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) auf Anfrage mit.

Die sieben Funktionäre sitzen derzeit in verschiedenen Haftanstalten im Kanton Zürich in Auslieferungshaft. Wegen Kollusionsgefahr wird der Kontakt unter den inhaftierten Fifa-Funktionären unterbunden. Dies gilt bis zum Abschluss des Auslieferungsverfahrens, das bei Ausschöpfung sämtlicher Rechtsmittel erfahrungsgemäss rund sechs Monate dauern kann.

Politik will Änderungen

Auch in Bundesbern war die Fifa-Korruptionsaffäre am Freitag indirekt Thema: Die Rechtskommission des Nationalrates sprach sich wie vom Bundesrat vorgeschlagen dafür aus, dass Privatbestechung immer von Amtes wegen verfolgt wird.

Dabei geht es nicht zuletzt um die Fifa. Der Bundesrat begründete den Handlungsbedarf unter anderem mit den Kontroversen um die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften nach Russland 2018 und Katar 2022. Der Ständerat hatte es in der Sommersession abgelehnt, Privatbestechung von Amtes wegen zu verfolgen.

(sda/mbü/ise)