Rund eine Million Menschen haben im vergangenen Jahr in Deutschland Asyl beantragt. Damit hat die Bundesrepublik die Mehrheit der 1,4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, die letztes Jahr nach Europa kamen. Die zahlreichen Neuankömmlinge bringen die Bundesrepublik an die Grenze der Belastung – und Kanzlerin Angela Merkel gerät wegen der Flüchtlingskrise zunehmend unter Druck.

Obwohl Deutschland im Fokus der Krise steht, nehmen andere Länder im Verhältnis zur Zahl der Einwohner mehr Asylgesuche entgegen, wie eine Studie der OECD zeigt: Nur auf Platz sechs liegt Deutschland bei der Anzahl Anträge pro Million Einwohner – die Schweiz kommt mit einem Anteil von 4,048 direkt hinter der Bundesrepublik.

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Skandinavische Länder mit vielen Gesuchen

Das beliebteste europäische Antragsland ist Ungarn, deren Regierung mit ihrem harten Kurs gegenüber Flüchtlingen weltweit für Schlagzeilen sorgt. 17'500 Asylanträge auf eine Million Einwohner wurden zwischen Januar und Ende November eingereicht, wie die Grafik des Statistikportals Statista zeigt.

Auch Schweden und Österreich nahmen im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung sehr viele Flüchtlinge auf; Norwegen und Dänemark liegen in der Übersicht ebenfalls vor Deutschland. Wegen der vielen Asylbewerbern haben die meisten dieser Länder ihre Haltung gegenüber Flüchtlingen verschärft. Österreich will dieses Jahr höchstens 37'500 Menschen aufnehmen, zudem plant die Regierung, zehntausende von Flüchtlingen in ihre Herkunftsländer zurückzuführen.

(Mathias Brandt, Statista/mbü)

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