Der Flüchtlingsandrang in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Allein im September seien landesweit rund 164'000 neue Asylsuchende registriert worden, teilte das Innenministerium in Berlin mit. Von Januar bis September seien rund 577'000 Flüchtlinge in die Bundesrepublik gekommen.

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wurden im September insgesamt 43'071 Asylanträge gestellt - ein Plus von 126,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Insgesamt beantragten in den ersten neun Monaten 303'443 Menschen Asyl in Deutschland.

Vorsicht vor Prognosen

Die deutsche Regierung rechnet bislang für das Gesamtjahr mit 800'000 Flüchtlingen. Mit bislang 577'000 Neuankömmlingen und den (noch) nicht registrierten Personen dürfte die Zahl wohl aber überschritten werden.

Innenminister Thomas de Maiziere hat erklärt, dass er keine neue Prognose veröffentlichen will, da diese etwa in Herkunftsländern als Einladung missverstanden und von Schleppern missbraucht werden könne.

Mehrzahl aus Syrien

Von den rund 577'307 bis Ende September eingereisten Personen stammten die meisten aus Syrien (197'843), gefolgt von Albanien (66'311), Afghanistan, Irak und Kosovo.

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Von den Asylanträgen waren Ende des Monats 300'531 vom BAMF noch nicht entschieden worden. Die Regierung will unter anderem durch mehr Personal die Verfahren beschleunigen.

(sda/dbe)