Angesichts des Flüchtlingsandrangs will die EU-Kommission Schweden entlasten. Das skandinavische Land solle ein Jahr lang von der Umverteilung der insgesamt 160'000 Flüchtlinge aus Griechenland und Italien innerhalb Europas ausgenommen werden, schlug die Behörde am Dienstag in Strassburg vor.

«Unsere schwedischen Freunde befinden sich in einer schwierigen Lage», erklärte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos. Die Asylbewerberzahlen in Schweden sind zuletzt nach oben geschnellt. Schweden hat im Verhältnis zur Bevölkerung die höchste Asylbewerberzahl unter den EU-Staaten.

Verteilprogramm harzt

Nach Angaben der EU-Kommission nahm die Zahl der Asylanträge im Jahresverlauf um 60 Prozent zu. Zwischen August und September habe sie sich mehr als verdoppelt. Allein im Oktober stellten dort nach Zahlen des EU-Statistikamtes Eurostat mehr als 39'000 Menschen einen Asylantrag.

Die Umverteilung in Europa kommt indes kaum in Gang. Seit dem Beschluss der EU-Staaten vom September wurden nur 130 Flüchtlinge aus Italien und 54 Flüchtlinge aus Griechenland in andere EU-Staaten umverteilt. Allein aus Griechenland solltenEU-Beschluss 66’400 Personen in andere EU-Länder verteilt werden.

(sda/reuters/mbü/ise)