Die Flüchtlingskrise in Europa hat bislang in der Schweiz keine Auswirkungen auf die Zahl der Asylgesuche. Im August wurden mit 3899 Gesuchen nur drei mehr gestellt als im Juli. Dabei sank die Zahl der Gesuche von Eritreern um einen Viertel. Mehr Gesuche gab es von Menschen aus Syrien, Irak und Afghanistan.

Die Zahl der Asylgesuche von Eritreern sank auf 1610, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Montag in einer Mitteilung schrieb. Die weiteren wichtigsten Herkunftsländer waren im August Afghanistan mit 461 Gesuchen, Syrien mit 401 Gesuchen, Irak mit 180 Gesuchen, Somalia mit 118 Gesuchen und Sri Lanka mit 106 Gesuchen.

Mehr Flüchtlinge via Türkei

Die wichtigsten Gründe für die höheren Gesuchszahlen afghanischer, syrischer und irakischer Staatsangehöriger seien neben den anhaltenden Krisen in den Herkunftsländern «die angespannte Situation in wichtigen Erstaufnahme- und Transitstaaten», schrieb das SEM.

Die «Migrationsroute Türkei-Griechenland-Balkan hat deutlich an Bedeutung gewonnen und ist 2015 der wichtigste Fluchtweg nach Westeuropa».

Schweiz nicht erste Wahl

Doch der Einfluss der Migrationsbewegungen durch die südöstlichen Staaten Europas auf die Schweiz sei bisher begrenzt geblieben, denn die Schweiz sei «nicht primäres Zielland für Migrantinnen und Migranten auf dieser Route». Die meisten Menschen, die in der Schweiz ein Asylgesuch stellen, reisen über das Mittelmeer und Italien in die Schweiz ein.

Gemäss Statistik konnten im August 2095 Asylgesuche in erster Instanz erledigt werden. 462 Personen erhielten Asyl und 584 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Im gleichen Zeitraum reisten 657 Asylsuchende aus, 39 Personen weniger als im Juli.

(sda/ise)

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