Die Schweiz müsse ihre Anstrengungen verdoppeln und deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen. Das fordert die Menschenrechtsorganisation Amnesty Schweiz in einer Petition, die sie am Mittwoch dem Bundesrat übergeben hat.

Fast 11'000 Personen aus der Schweiz hätten die Petition «SOS Europa» unterschrieben, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Lanciert worden war sie im Juli 2014 von Amnesty International, nachdem Hunderte von Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken waren.

Forderungen an die Schweiz

Insgesamt hätten sich rund eine halbe Million Menschen aus aller Welt hinter die Petition gestellt. Sie fordert die europäischen Regierungen zum sofortigen Handeln auf, damit nicht noch mehr Flüchtlinge an den EU-Aussengrenzen leiden oder gar sterben.

Den Bundesrat fordert Amnesty Schweiz dazu auf, seine Anstrengungen für die Schaffung sicherer und legaler Migrationsrouten zu verdoppeln. Zudem soll die Schweiz humanitäre Visa für besonders verletzliche Flüchtlinge wie Schwangere, Kranke oder Kinder zur Verfügung stellen und den Familiennachzug vor allem für Menschen aus Syrien erleichtern.

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Zahl der Asylanträge moderat

Amnesty begrüsst zwar den Entscheid des Bundesrates, zusätzlich 3000 Flüchtlinge aufzunehmen, fordert aber angesichts des Ausmasses der weltweiten Flüchtlingskrise, diese Zahl deutlich zu erhöhen. Im europäischen Vergleich sei die Zahl der Asylanträge in der Schweiz moderat.

(sda/dbe/ama)