Nach dem Votum des ungarischen Parlaments für eine umstrittene Verfassungsreform, die auf die Entmachtung des Verfassungsgerichts hinausläuft, hat die Landeswährung Forint ihre Talfahrt am Dienstag fortgesetzt.

Für einen Euro mussten zeitweise 305,70 Forint bezahlt werden und damit so viel wie seit Anfang Juni vorigen Jahres nicht mehr. Am Vorabend waren es noch 301,65 Forint gewesen. Auslöser für die Verkäufe waren auch Inflationsdaten.

Im Februar waren die Konsumentenpreise amtlichen Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Dieser Wert ist etwas tiefer als im Januar (3,7 Prozent).

Ministerpräsident Viktor Orban erklärte, es sei entscheidend, dass die Zinsen auf einem niedrigeren Niveau seien. Nur so könnte für Unternehmen ein Kreditprogramm mit einer Verzinsung von unter acht bis zehn Prozent aufgelegt werden, erklärte Orban bei einem Business Forum.

Konjunktur schwach

Anleger gehen davon aus, dass die Preisentwicklung weitere Zinssenkungen nach sich ziehen wird. Ungarn hat zuletzt Ende Februar die Zinsen um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 5,25 Prozent gesenkt.

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Die schwache Preisentwicklung hängt Analysten zufolge auch mit der schwachen konjunkturellen Entwicklung zusammen. Zudem spielten seit dem Jahresbeginn staatlich verordnete Senkungen der Gas- und Strompreise eine Rolle.

Für Unmut unter den Investoren sorgt aber vor allem das Vorgehen der Regierung, die immer mehr Macht an sich zieht. Erst am Wochenende waren zwei als unabhängig geltende Notenbanker quasi kaltgestellt worden.

(tke/aho/sda)