Im Gaza-Konflikt haben Israel und die Palästinenser ihre Feuerpause um fünf Tage verlängert. Allerdings stand die Vereinbarung schon von Beginn an auf wackeligen Beinen. Nach neuem palästinensischen Raketenbeschuss noch vor Ablauf der bisherigen Waffenruhe flog Israel in der Nacht auf Donnerstag wieder Luftangriffe.

Beide Seiten warfen sich gegenseitig einen Bruch der Feuerpause vor. Berichte über Opfer lagen nicht vor. Israel äusserte sich zunächst nicht zu der von Vermittler Ägypten und den Palästinensern verkündeten Waffenruhe. Sie soll mehr Zeit für Verhandlungen über eine dauerhafte Vereinbarung bringen, um die Kämpfe der vergangenen fünf Wochen zu beenden.

Bruch der Waffenruhe

Israel zählte noch kurz vor Ende der alten Waffenruhe am Mittwochabend acht Raketeneinschläge. Als Reaktion wies Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das Militär zu einem Gegenschlag an. Die Luftwaffe flog daraufhin Angriffe auf Extremisten-Stellungen im Gazastreifen, wie das Militär erklärte.

Die Palästinenser hätten ihrerseits mit dem Abschuss zwei weiterer Raketen reagiert. Netanjahu sprach von einem Bruch der Waffenruhe durch die im Gazastreifen herrschende Islamistengruppe Hamas. Diese bestritt den Vorwurf und warf Israel vor, die neue Vereinbarung verletzt zu haben.

Keine direkten Gespräche

Die Konfliktparteien sprechen bei den Verhandlungen in Kairo nicht direkt miteinander, sondern über ägyptische Vermittler. Israel lehnt direkte Gespräche mit der Hamas ab, weil die Extremistenorganisation die Vernichtung des jüdischen Staates als Ziel verfolgt. Einzelheiten der neuen Vereinbarung wurden zunächst nicht verkündet.

Unklar blieb etwa wie die Palästinenser Israels Sicherheitsforderungen entgegengekommen sein könnten. Aus ägyptischen und palästinensischen Verhandlungskreisen verlautete allerdings, dass Israel zugestimmt habe, die Blockade des Gazastreifen vorläufig etwas zu lockern. Unter anderem sollen Fischer aus dem Küstengebiet künftig etwas weiter auf das Mittelmeer hinaus fahren dürfen. Damit käme Israel der Hamas entgegen, die ein Ende der Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten verlangt.

Rund 2000 Palästinenser getötet

Seit Beginn der israelischen Militäroffensive gegen die Hamas im Gazastreifen am 8. Juli wurden nach palästinensischen Angaben fast 2000 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben.

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