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Schuldenkrise
Frankreich beharrt auf Rentenalter 62

François Hollande: Der französische Präsident fürchtet sich vor Massenprotesten. (Bild: Keystone)

Das wird die Franzosen freuen: Ihr Präsident, François Hollande, will von einem höheren Rentenalter nichts wissen.

Veröffentlicht am 26.06.2013

Frankreich beharrt auf der Rente mit 62. Deshalb werde man auf dem bevorstehenden EU-Gipfel auch darauf dringen, dass die Partner auf die Forderung nach einer Anhebung des Rentenalters verzichteten, hiess es in Regierungskreisen. «Wir haben darum gebeten, dass nicht über ein höheres Rentenalter gesprochen wird, weil die Regierung das nicht wünscht», sagte ein Diplomat aus dem Präsidialamt.

Der sozialistische Präsident Francois Hollande will damit Massenproteste verhindern, die sein konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy zu spüren bekam, als er 2010 das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre anhob. Eine Expertenkommission hat der französischen Regierung unlängst geraten, die für den Erhalt der vollen Rente erforderliche Beitragszeit auf 44 nach jetzt durchschnittlich 41,5 Jahre anzuheben. Am Rentenalter soll aber vorerst nicht gerüttelt werden. 

Die EU-Kommission hatte Frankreich Ende Mai Vorschläge zur Reform seines teuren und verschuldeten Rentensystems gemacht. Dazu gehörte auch eine Anhebung des Rentenalters. Die Regierung in Paris habe sich dadurch bevormundet gefühlt, sagte der Diplomat. Ohne eine Reform droht der Rentenkasse im Jahr 2020 ein Defizit von 20 Milliarden Euro.

(muv/reuters)

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