1. Home
  2. Politik
  3. Frankreich setzt künftig auf Ökostrom

Energie
Frankreich setzt künftig auf Ökostrom

Atomkrafwerk bei Cattenom: AWK sollen in Zukunft nur noch die Hälfte der Energie liefern. Keystone

Aus französischen Steckdosen soll mehr Ökostrom fliessen. Das Land will bis Mitte Jahrhundert drei Viertel weniger CO2 ausstossen als 1990. Und auch einigen AKW sagt es Adieu.

Veröffentlicht am 22.07.2015

Frankreich will sein Energiesystem umkrempeln: Weniger CO2, mehr Ökostrom und weniger Atomkraft. Das umstrittene Gesetz ist auch ein Signal an die Klimakonferenz Ende des Jahres - doch die Opposition bezweifelt, dass alle hehren Ziele zu erreichen sind.

Die französische Nationalversammlung hat am Mittwoch in Paris endgültig das Gesetz über die nationale Energiewende beschlossen. Demnach soll der Ausstoss von Treibhausgasen deutlich sinken und mehr Strom aus erneuerbaren Quellen produziert werden.

Weniger Atomstrom

Besonders umstritten war das Ziel der sozialistischen Regierung, den Anteil des Atomstroms am Strommix in zehn Jahren von heute etwa 75 Prozent auf 50 Prozent zu senken. Abgeordnete der Opposition bezeichneten dies als nicht realisierbar.

Das Projekt sollte auch ein politisches Zeichen vor der Pariser Klimakonferenz Ende des Jahres setzen. Umweltministerin Ségolène Royal sagte, das Gesetz sei das «ehrgeizigste in Europa».

Rückenwind für Elektroautos

Bis 2050 will Frankreich 75 Prozent weniger CO2 ausstossen als 1990. Schon 2030 soll 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen. Zudem sollen der Energieverbrauch und die Nutzung fossiler Energieträger deutlich zurückgefahren werden.

Um diese Ziele zu erreichen, will Paris beispielsweise die Gebäudesanierung vorantreiben, Elektroautos fördern und neue Finanzierungsmöglichkeiten für erneuerbare Energien bereitstellen.

Atomlobby warnt

Die Konservativen hatten während des monatelangen Streits über den Passus zur Atomkraft vor steigenden Energiepreisen gewarnt, die der französischen Industrie schadeten. Die Atomlobby wies zusätzlich stets darauf hin, dass ohne die CO2-arme Atomkraft die Treibhausgasziele nicht zu erreichen seien.

(sda/mbü)

Anzeige