Zur Belebung des mauen Wirtschaft sollen die Franzosen künftig sonntags häufiger einkaufen. Dazu plant die sozialistische Regierung in Paris, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von fünf auf zwölf im Jahr zu erhöhen. Dies geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der Reuters am Dienstag vorlag.

Zusätzliche Flexibilität bei den Öffnungszeiten soll für Einzelhändler in Touristen-Regionen möglich sein, die schon seit längerem eine Sieben-Tage-Woche herbeisehnen. Wirtschaftsminister Emmanuel Macron will mit der Reform Forderungen der EU-Kommission nach Bürokratieabbau und Deregulierung nachkommen, um in Brüssel grünes Licht für die umstrittenen Haushaltspläne zu erhalten. Sonntagsarbeit ist für viele Franzosen und die Gewerkschaften ein Tabuthema.

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Grosse Handelsketten versprechen sich viel

Die grossen Handelsketten hat Macron hinter sich. Sie werben seit längeren für solche Pläne mit der Aussicht auf neue Jobs und versprechen sich davon eine bessere Position im Konkurrenzkampf mit Internet-Händlern. Protest droht dagegen von den streikfreudigen Gewerkschaften, die Arbeitnehmerrechte verletzt sehen. Besitzer kleinerer Läden befürchten, im Wettbewerb mit den grossen Ketten durch die zusätzlichen Verkaufssonntage unter die Räder zu kommen. Auch in der Regierungspartei dürften die Pläne nicht unumstritten sein.

Macron will zudem Kündigungsprozesse vor Arbeitsgerichten beschleunigen und den Wettbewerb unter Notaren erhöhen, um den Immobilienmarkt anzuschieben.

(reuters/dbe)