Französische Sicherheitskräfte haben die Hauptverdächtigen des Attentats auf die «Charlie-Hebdo»-Redaktion aufgespürt. Anti-Terror-Einheiten riegelten am Freitag den kleinen Ort Dammartin-en-Goele nordöstlich von Paris ab. Hubschrauber schwebten über einem Industriegebiet. Polizeikreisen zufolge kam es zu einer Geiselnahme, der eine Schiesserei vorausgegangen war. Die Staatsanwaltschaft von Paris dementierte einen Bericht des Senders RTL, wonach es bei dem Schusswechsel einen Toten gab.

«Wir haben Hinweise auf die Präsenz der Terroristen, die wir stoppen wollen», sagte Innenminister Bernard Cazeneuve vor Journalisten in Paris. Er bestätigte, dass ein Polizeieinsatz in Dammartin-en-Goele im Gange sei. In der Region hatten die Sicherheitskräfte verstärkt nach den mutmasslichen Attentätern gesucht, die hinter dem Anschlag auf die Satirezeitung «Charlie Hebdo» stehen sollen. Dabei waren am Mittwoch zwölf Menschen getötet worden.

Konakte zu Al-Kaida

Die Behörden haben die Hauptverdächtigen als das Brüderpaar Cherif und Said Kouachi identifiziert. Beide sind Anfang 30. Ihre Eltern wurden in Algerien geboren, sie selbst kamen in Frankreich zur Welt.

Said Kouachi hat Reuters-Informationen zufolge Kontakte zu Al-Kaida gehabt. Er habe sich 2011 für einige Monate zu einem Training bei dem Extremistennetzwerk auf der Arabischen Halbinsel im Jemen aufgehalten, sagten mit den Ermittlungen vertraute Personen aus den USA und Europa. Cherif Kouachi verbüsste vor mehreren Jahren eine 18-monatige Haftstrafe. Ihm wurde damals vorgeworfen, in einer Moschee im Osten von Paris französische Staatsbürger zum Kampf gegen Amerikaner im Irak angeworben zu haben. Kurz bevor er selbst in den Irak ziehen wollte, wurde er festgenommen. Beide Brüder standen nach Angaben von Ministerpräsident Manuel Valls unter Beobachtung.

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Die ermordeten Zeichner von «Charlie Hebdo»

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Zwölf Menschen wurden auf der Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» ermordet – mutmasslich von Islamisten. Zu den Opfern gehören auch vier prominente Zeichner. Stéphane Charbonnier alias Charb. Der Verlagsleiter und Zeichner stand schon lange auf der Abschlussliste der Islamisten. Seit einem Bombenanschlag auf die Redaktion im Jahr 2011 erhielt er Polizeischutz. Gegen die Gewalt der Angreifer waren jedoch auch seine Wachen machtlos.