Französische Supermärkte mit einer Fläche von über 400 Quadratmetern dürfen unverkaufte Lebensmittel künftig nicht mehr einfach wegwerfen und ungeniessbar machen. Stattdessen müssen die Reste künftig gespendet, kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden.

Eine entsprechende Regelgung verabschiedete die Nationalversammlung in Paris einstimmig. Grosse Märkte sollen dafür mit karitativen Organisationen zusammenarbeiten.

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Handel kritisiert Massnahme

Regierung und Parlament wollen auf diese Weise die Verschwendung von Lebensmitteln bekämpfen. Pro Kopf werden in Frankreich jährlich 20 bis 30 Kilo Lebensmittel weggeschmissen. Ziel der Regierung ist es, diesen Abfall im Gesamtwert von 12 bis 20 Milliarden Euro bis 2025 zu halbieren.

Der Handel kritisierte, dass die Massnahmen ihr Ziel verfehlten, denn Handelsketten seien lediglich für 5 Prozent der verschwendeten Lebensmittel verantwortlich, schreibt «Die Welt». Zudem sei der Grosshandel bereits jetzt der grösste Spender und arbeite eng mit Hilfsorganisationen zusammen.

Schweizer schmeissen mehr weg

In der Schweiz ist das Wegwerfproblem offenbar deutlich grösser: Laut Angaben des Bundesamt für Landwirtschaft aus dem Jahr 2011 wirft jede Schweizerin und jeder Schweizer pro Jahr im Schnitt 94 Kilo Nahrung weg. Die «Schweizer Tafel» geht sogar von 117 Kilo aus.

(sda/tno)