Die Arbeitnehmer und -geber in Frankreich sollen zur Schliessung der grossen Finanzlöcher künftig mehr in die Rentenkasse einzahlen. Geplant sei, die Abgaben in gleichem Masse ab 2014 zu erhöhen und zugleich die Einzahldauer nach und nach zu verlängern. Das geht aus einem am Dienstagabend veröffentlichten Entwurf der Rentenreform hervor. Bis 2035 solle die Beitragszeit dann bei 43 Jahren liegen. Derzeit sind für den vollen Rentenbezug 41,5 Jahre nötig. Eine Anhebung des Rentenalters von derzeit 62 Jahren hatte Präsident Francois Hollande bereits im Voraus ausgeschlossen.

Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault warb für das Vorhaben, dass die Bürden gleichermassen auf allen Schultern verteile: «Die Reform, die ich vorschlage, versucht, die Konten dauerhaft zu verbessern, während sie zugleich Ursuchen für Ungerechtigkeit beseitigt.» Der Vorschlag soll im September dem Kabinett vorgestellt und einen Monat später im Parlament debattiert werden.

Frankreich steht in der Kritik, sein Haushaltsdefizit nicht agressiv genug zu bekämpfen. Zugleich beklagen sich Arbeitgeber bereits jetzt über zu hohe Arbeitskosten. Um diesen den Wind aus den Segeln zu nehmen, sieht die Reform geringere Sozialabgaben für Beschäftigte vor.

Gleichzeitig kämpt die sozialistische Regierung gegen die hohe Arbeitslosigkeit, die im Juli auf ein neues Rekordhoch stieg. Insgesamt waren rund 3,286 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet - so viele wie nie zuvor in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Euro-Zone, wurde am Dienstag ebenfalls gemeldet. Die Zahl liegt 0,2 Prozent höher als im Juni und zehn Prozent über derjenigen vor einem Jahr. Seit 27 Monaten legt die Arbeitslosenzahl in Frankreich stetig zu.

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(Reuters/sda/moh)