Die Geschlechterquote, die der Bundesrat für wirtschaftlich bedeutende, börsenkotierte Unternehmen einführen will, erntet Kritik der Befürworter einer Frauenquote. Der Bundesrat belasse es einmal mehr bei schönen Worten, so die Sozialdemokraten.

Der Bundesrat definiere zwar eine Zielquote von 30 Prozent für beide Geschlechter, wolle aber keine Sanktionsmöglichkeiten einführen, teilte die SP im Anschluss an den Bundesratsentscheid mit.

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Verbindliche Mindestquote als nächster Schritt gefordert

Es sei absehbar, dass die Quote kaum etwas zu einer ausgewogenen Vertretung beider Geschlechter beitragen werde - «die Unternehmen werden sich um die oft beschworene Selbstregulierung foutieren», schrieb die SP. Für Nationalrätin und Präsidentin der SP Frauen Yvonne Feri (AG) genügt ein klein bisschen Druck durch den Bund nicht. «Der nächste Schritt muss eine verbindliche Mindestquote sein», wird sie in einem Communiqué der SP Frauen Schweiz zitiert.

Auch für die Grünen fordern eine Mindestquote für Frauen in Verwaltungsräten und nicht bloss eine Zielquote. Dafür müsse die Regierung Sanktionsmöglichkeiten vorsehen. Immerhin komme nun Bewegung in die Sache, nachdem der Bundesrat jahrelang nichts von einer verbindlichen Regelung habe wissen wollen.

SVP: "Sozialistische Politik"


Ganz anders die Einschätzung der SVP: «Der Bundesrat macht sozialistische Politik», überschrieb die Partei ihre Medienmitteilung zur Änderung des Aktienrechts.

Die Landesregierung habe in den letzten Monaten die Rahmenbedingungen für den Werkplatz Schweiz reihenweise verschlechtert, nun komme noch die Frauenquote hinzu. Für die SVP ist der Entscheid eine weitere Bestätigung dafür, «dass es im Bundesrat keine bürgerliche Mehrheit mehr gibt».

FDP setzt auf Vernunft der Unternehmen

Auch die FDP hält wenig vom «staatlichen Eingriff in die unternehmerische Freiheit», wie sie mitteilte. Die FDP setze auf die Einsicht und Verantwortung der Unternehmen, «dass sie gut ausgebildete und kompetente Frauen in ihre Führungsgremien berufen».

Damit Frauen den Weg in die Führungsetagen schafften, brauche es eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, schreibt die FDP weiter. Auch hier stünden die Unternehmen in der Verantwortung, etwa indem sie flexible Arbeitszeiten, Angebote von K

(sda/dbe)