Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat sich überraschend für eine Aussöhnung mit Südkorea ausgesprochen. Die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden aus der Welt zu schaffen sei ein wichtiger Punkt, um die Teilung des Landes zu überwinden und die Wiedervereinigung zu erreichen, sagte Kim.

Er äusserte sich in einer offenbar aufgezeichneten und heute von staatlichen Medien übertragenen Neujahrsansprache. Bislang hat sich Kim vor allem über Leitartikel führender, staatlicher Zeitungen zu Wort gemeldet.

Er führt seit dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Jahr 2011 das kommunistische, abgeschottete Land. Es war die erste Neujahrsansprache eines nordkoreanischen Staatschefs seit 19 Jahren nach dem Tod von Kim Il Sung, Kim Jong Uns Grossvater.

Bedingungen von Südkorea

Korea ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geteilt. Mit dem Korea-Krieg Anfang der 50er Jahre wurden beide Staaten zu erbitterten Gegnern. Derzeit gibt es jedoch Hoffnungen auf eine Verbesserung der Beziehungen.

So hat die designierte konservative Präsidentin des Südens, Park Geun Hye, ihre Bereitschaft erklärt, sich mit Kim Jong Un zu treffen. Zur Voraussetzung macht sie jedoch einen Verzicht des Nordens auf sein Atomprogramm, was die Regierung in Pjöngjang ablehnt. Auffallend an der Neujahrsansprache war, dass genau dieses Atomprogramm keine Erwähnung fand.

Nordkorea hatte erst Mitte Dezember mit dem Start einer Rakete für Aufregung gesorgt. Nach Angaben des kommunistischen Landes brachte der Flugkörper einen Wettersatelliten ins Weltall. Die USA und die Vereinten Nationen verurteilten den Start scharf als «hochprovokativen Akt», der gegen UNO-Resolutionen verstosse.

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jev/sda