Bei einem Angriff auf Militärangehörige im US-Bundesstaat Tennessee sind am Donnerstag vier Marineinfanteristen und der mutmassliche Schütze getötet worden. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Fall werde provisorisch als einheimischer Terrorakt eingestuft, bis eine offizielle Festlegung getroffen worden sei.

Den Behörden zufolge eröffnete der Täter zuerst das Feuer auf ein Rekrutierungsbüro in einer Einkaufspassage. Dann sei der er zu einem zehn Kilometer entfernten Büro der Marine-Reserve in der Stadt Chattanooga gefahren und habe dort vier Marineinfanteristen getötet.

US-Bürger kuwaitischer Abstammung

Er selbst sei dann bei einem Feuergefecht mit der Polizei erschossen worden. Es seien drei weitere Personen bei dem Vorfall verletzt worden, darunter ein Polizist und ein weiterer US-Marine. Der Angriff habe insgesamt etwa 30 Minuten gedauert.

Die Tat sei «herzzerreissend», sagte US-Präsident Barack Obama vor Journalisten. Der Angriff sei allem Anschein nach von einem Einzeltäter verübt worden. Die Bundespolizei FBI identifizierte den Schützen als den 24-jährigen Mohammod Youssuf A.. Medienberichten zufolge handelte es sich um einen US-Bürger kuwaitischer Abstammung.

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Verbindung zu internationalen Terroristen?

Der leitende FBI-Ermittler Ed Reinhold erklärte, dass eine Verbindung zu internationalen Terroristen ebenso wie «ein einfacher krimineller Akt» nicht ausgeschlossen seien. «Wir verfolgen jede mögliche Spur», sagte Reinhold. Der Mann soll nicht in einer der beiden Marineeinrichtungen angestellt gewesen sein.

Aus Militärkreisen in Washington hiess es, derzeit gebe es keine Hinweise auf eine Verbindung des Schützen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und anderen Extremistengruppen. Nach Angaben der US-Armee handelt es sich bei den vier Opfern um Marineinfanteristen. Alle vier seien vor dem Reservistenzentrum getötet worden. Bei den Schüssen auf das Rekrutierungsbüro sei zudem ein Anwerber der Marineinfanteristen am Bein verwundet worden.

«Zahlreiche Waffen»

Der FBI-Agent Reinhold sagte, der Schütze habe zunächst vor dem Rekrutierungsbüro das Feuer eröffnet. Anschliessend habe er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert und sei zum Reservistenzentrum gefahren. Laut Reinhold führte der Schütze «zahlreiche Waffen» mit sich.

Eine Augenzeugin sagte dem Nachrichtensender CNN, dass ein Mann vor dem Rekrutierungsbüro aus seinem offenen Cabrio heraus wild um sich geschossen habe. Der Mann habe «20, 30 Sekunden» lang geschossen und mehrfach nachgeladen, sagte die Frau.

Erinnerung an Fort Hood

Im September 2013 hatte ein Marine-Reservist auf der Militärbasis Navy Yard in Washington zwölf Menschen erschossen. Der Mann wurde anschliessend bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Im November 2009 hatte ein Militärpsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas das Feuer eröffnet und 13 Menschen getötet. Der Schütze wurde vor zwei Jahren zum Tode verurteilt.

(sda/gku)