Die Grünen sind die grossen Verlierer der kantonalen Wahlen in Zürich. Regula Rytz, Co-Präsidentin der Partei, erklärt die Niederlage mit der derzeitigen Dominanz wirtschaftspolitischer Themen.

Seit dem 15. Januar, als die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufhob, dominierten Wirtschaftsthemen, sagte Rytz gegenüber dem «Tages-Anzeiger» und Radio SRF.

Über Ausmass der Verluste erschrocken

Die Leute hätten seither mehr Angst um ihren Arbeitsplatz. Die Ökologie gerate dadurch ins Hintertreffen. «Wir wussten, dass es ein schwieriger Wahlkampf wird - wenn mich das Ausmass der Verluste jetzt auch erstaunt», sagte Rytz im Interview mit dem «Tages-Anzeiger».

Die kantonalen Wahlen in Zürich werden auch als Gradmesser für die nationalen Wahlen im Herbst bezeichnet. Rytz hofft nun, dass die Leute aufgeschreckt durch den «Rechtsrutsch» in Zürich bei den nationalen Wahlen vermehrt an die Urnen strömen. «Jetzt können die Leute sehen, zu was es führt, wenn sie der Urne fernbleiben», sagte sie.

Es gebe aber auch Lehren, die aus dem Zürcher Wahlkampf zu ziehen seien. So will die Berner Nationalrätin, dass ihre Partei die ökologischen Reformen wirtschaftspolitisch besser verkauft. «Wir müssen stärker zeigen, dass die Energiewende lokale Arbeitsplätze sichern und neue schaffen kann.»

Zudem will Rytz aufzeigen, «was es bedeuten würde, wenn sich dieser Rechtsrutsch auf der nationalen Ebene wiederholen würde», wie sie gegenüber Radio SRF sagte. Dann würde die Abschottungspolitik weitergehen.

(sda/chb)