Bei ihren Bemühungen um eine Stilllegung des havarierten japanischen AKW Fukushima ist die Betreibergesellschaft Tepco nach eigenen Angaben einen bedeutenden Schritt vorangekommen: Neue Tests zeigten, dass fast der gesamte Brennstoff in einem der Reaktoren geschmolzen sei, teilte Tepco am Donnerstag mit.

Mit Hilfe einer «Muon» genannten Technologie, die eine Art Röntgenbilder erstelle, sei zu sehen, dass der Brennstoff am Boden des ersten Reaktors angelangt sei. Zwar wurden die Ergebnisse erwartet, die Daten dürften Tepco dennoch bei den Bemühungen um eine Stilllegung der Anlage helfen.

Roboter sollen Brennstoffreste finden

Den Experten war es bislang nicht möglich, ein Gerät zur genauen Bestimmung der Lage des geschmolzenen Brennstoffs zu entwickeln. Behindert wurden die Bemühungen auch durch die hohen Werte radioaktiver Strahlung rund um die Reaktoren. Langfristig plant Tepco den Einsatz von Robotern, um die Brennstoffreste zu lokalisieren.

Im Atomkraftwerk Fukushima war infolge des verheerenden Erdbebens und des anschliessenden Tsunamis im März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, was in Reaktor eins bis drei zu Kernschmelzen führte. Es war das schlimmste Atomunglück in der Geschichte des Landes.

Arbeit dauert Jahrzehnte

Die Säuberung des gesamten Fukushima-Werks dürfte sich über Jahrzehnte hinziehen. Tepco geht von mindestens 40 Jahren für die Arbeiten aus. Die Internationale Atomenergiebehörde erklärte im vergangenen Monat, Japan habe «bedeutende Fortschritte» gemacht, die Situation sei aber weiterhin «sehr komplex».

(sda/gku)