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Bauprobleme
Furcht vor Mehrkosten am Ceneri-Basistunnel

Riesige Bausstelle: Aufsicht Neat erwartet Verzögerungen.   Keystone

Am Ceneri-Basistunnel müssen nach einem Gerichtsurteil zwei Aufträge neu vergeben werden. Die Neat-Aufsichtsdelegation fürchtet jetzt nicht nur Verzögerungen, sondern auch erhebliche Mehrkosten.

Veröffentlicht am 22.04.2014

Weil die AlpTransit Gotthard nach einem Gerichtsurteil zwei Aufträge neu vergeben muss, drohen Verzögerungen und höhere Kosten am Ceneri-Basistunnel. Die parlamentarische Oberaufsicht zeigt sich besorgt.

Die Situation erfülle sie «mit grosser Sorge», schreibt die Neat-Aufsichtsdelegation (NAD) in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Verantwortlichen planten zwar weiterhin, den Ceneri-Basistunnel Ende 2019 zu eröffnen. Die Termin- und die Kostenrisiken hätten allerdings «wesentlich zugenommen».

Kosten und Verzögerungen verhindern

Die AlpTransit Gotthard muss der Delegation nun bis Mitte Jahr einen ausführlichen Bericht vorlegen. Darin muss sie mögliche Szenarien und deren Auswirkungen auf Kosten und Termine aufzeigen. Die NAD will insbesondere wissen, mit welchem Kostenaufwand Verzögerungen verhindert werden könnten.

Vom Bundesamt für Verkehr (BAV) erwartet die NAD, dass es im Rahmen seiner Projektaufsicht die weiteren Schritte eng begleitet. Die Neuvergabe der Bahntechniklose – den letzten grossen Neat-Aufträgen – werde sie aufmerksam verfolgen, hält die NAD fest.

Ausserdem fordert die Delegation Änderungen des Beschaffungsrechts, damit solche Probleme in Zukunft vermieden werden können. Sie will die Erkenntnisse aus den grossen Neat-Vergaben im Rahmen der anstehenden Gesetzesrevision einbringen.

Vor einer Woche hat die AlpTransit Gotthard bekannt gegeben, dass sie zwei Aufträge rund um den Bau des Ceneri-Basistunnels neu ausschreibt. Das Bundesverwaltungsgericht hatte zuvor Beschwerden gegen die Vergabe von zwei je rund 100 Millionen Franken schweren Aufträgen teilweise gutgeheissen und die Sache zur Neubeurteilung an die AlpTransit Gotthard zurückgewiesen.

Aufträge neu ausgeschrieben

Kritikpunkt waren die für den Eignungsnachweis verlangten Referenzen: Die Interessierten hätten laut Gericht nicht je eine Referenz für die einzelnen Bestandteile des Auftrags vorweisen müssen, sondern zwei Referenzen für den gesamten Auftrag.

Die AlpTransit Gotthard teilte vergangene Woche mit, auch die beschwerdeführenden Unternehmen könnten diese Referenznachweise nicht erbringen. Weil damit kein im Verfahren verbliebener Anbieter die geforderte Eignung erfülle, habe der Verwaltungsrat beschlossen, das Vergabeverfahren abzubrechen und die Aufträge neu auszuschreiben.

(sda/me)

 

 

 

 

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