Die tödliche Randale am Rande eines ägyptischen Fussballspiels wurde nach Einschätzung des Parlaments in Kairo nicht von Anhängern des Militärrats geschürt. Bei der Katastrophe waren Anfang des Monats 74 Menschen, bei anschliessenden Protesten weitere 16 getötet worden.

Eine Untersuchungskommission der Abgeordneten machte nun die Fans selbst und mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen für die Ausschreitungen verantwortlich.

Der Chef der Untersuchungskommission, Aschraf Thabet, listete am Sonntag eine Reihe von Faktoren auf, die nach dem vorläufigen Ergebnis der Ermittlungen zu dem Aufruhr geführt haben. So sei die Stimmung bereits im Vorfeld des Spiels auf einschlägigen Sportkanälen stark angeheizt worden.

Zudem seien die Fans vor Betreten des Stadions nicht ausreichend auf Waffen kontrolliert worden und das Sicherheitspersonal habe nicht konsequent genug für Ruhe und Ordnung im Stadion gesorgt.

Schliesslich hätten einige Kräfte die ohnehin grossen Spannungen zwischen den beiden Vereinen ausgenutzt, «um politische Interessen zu verfolgen». «Wir werden ihre Namen nennen», kündigte Thabet an. Das endgültige Ergebnis der parlamentarischen Untersuchung steht noch aus.

Die Randale brach am Ende eines Heimspiels des Vereins Al-Masri gegen den Kairoer Club Al-Ahli in Port Said aus. Die Anhänger von Al-Masri gelten als vehemente Unterstützer der Revolution, die vor einem Jahr den langjährigen Machthaber Husni Mubarak zu Fall brachte.

(vst/laf/sda)