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Hamburg
G20: Dutzende Verletzte bei Ausschreitungen

Vor Beginn des G20-Gipfels ist es in Hamburg zu schweren Krawallen gekommen. Bei Zusammenstössen mit der Polizei wurden Dutzende Personen verletzt.

Veröffentlicht am 07.07.2017

Der G20-Gipfel beginnt am Freitag in Hamburg nach einer Nacht mit Krawallen und Verwüstung. Bei dem Treffen der grossen Industrieländer und aufstrebenden Wirtschaftsnationen geht es um die Krisen der Welt, um den Terrorismus sowie die Klima- und Handelspolitik. Mit Spannung wird das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin erwartet.

Das erste G20-Gipfeltreffen in Deutschland wird von etwa 19'000 Polizisten geschützt. Für Freitagabend wurde eine weitere Demonstration unter dem Motto «G20 entern» angekündigt. Ab 6 Uhr bis Samstag 17 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt ein Versammlungsverbot. Dann etwa endet das G20-Treffen.

Zusammenstösse mit der Polizei

Die Protest-Aktion «Welcome to Hell» am Donnerstagabend endete mit Zusammenstössen zwischen G20-Gegnern und der Polizei. Die Polizei setzte während und nach der Autonomen-Kundgebung Wasserwerfer ein, gewalttätige Demonstranten warfen Flaschen auf die Beamten. In einigen Strassen der Innenstadt brannten Barrikaden, Schaufenster wurden eingeschlagen. Die Polizei sprach von mindestens 76 verletzten Beamten, einer der «Welcome to Hell»-Initiatoren von «zahlreichen» Verletzten auf Seiten der Demonstranten.

Etwa 1000 Vermummte hatten sich nach Angaben der Polizei unter die rund 12'000, überwiegend friedlichen Demonstranten gemischt. Die Beamten stoppten den Zug kurz nach dem Start und setzten Pfefferspray sowie Wasserwerfer ein. Aus den Reihen der Demonstranten flogen Flaschen, Feuerwerk wurde gezündet. Die Menge wurde auseinandergetrieben. An vielen Orten in der Innenstadt gab es anschliessend Scharmützel, kleinere Barrikaden wurden errichtet und angezündet.

Polizei verteidigt Vorgehen

Die Veranstalter warfen der Polizei ein unverhältnismässiges Vorgehen vor. Auch das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilte die Polizei-Strategie. Ein Polizeisprecher sagte: «Eine Vermummung in einem Aufzug ist ein Verstoss gegen das Versammlungsgesetz und wird von uns nicht geduldet.» Man habe versucht, den «Schwarzen Block» der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen.

Am frühen Freitagmorgen blieb es vergleichsweise ruhig. Den schweren Auseinandersetzungen vom Vorabend folgten nur noch vereinzelt Scharmützel. Der Polizei zufolge beruhigte sich die Lage ab Mitternacht, am frühen Morgen blieb es weitgehend ruhig. «Es hätte schlimmer kommen können», sagte ein Feuerwehrsprecher.

Wie viele Demonstranten festgenommen oder in Gewahrsam genommen wurden, blieb zunächst unklar. Die Polizei wollte sich dazu am Morgen äussern. Andreas Blechschmidt von den Anmeldern von "Welcome to Hell" sagte unter Berufung auf Aussagen von Anwälten der Demonstranten, es habe bis zum späten Abend zwischen 10 und 20 Festnahmen gegeben.

Auch Ueli Maurer reist an

Aus politischer Sicht wird im Mittelpunkt des Gipfels ohne Zweifel US-Präsident Trump stehen. Er hat das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt und fährt beim Handel einen Abschottungskurs. Einer seiner politischen Widersacher aus den USA, der demokratische New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio kommt nach Hamburg, um gegen Trump zu protestieren.

Für Russlands Wladimir Putin ist seine erste Begegnung mit Donald Trump am Freitag der wichtigste Teil des internationalen Treffens. Das Treffen soll im kleinsten Kreis stattfinden. Die Chefs der beiden grössten Atommächte wollen unter anderem über die Kriege in Syrien und der Ukraine reden.

Ueli Maurer reist an

Zu Beginn des Treffens am Freitagvormittag wird die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gäste in den Hamburger Messehallen begrüssen. Den Abend verbringen die Gipfelgäste und ihre Partner in Hamburgs neuer Attraktion, der Elbphilharmonie.

Der Schweizer Bundesrat Ueli Maurer reist ebenfalls nach Hamburg. Er trifft am Rande des Hauptgipfels die G20-Finanzminister. Es handelt sich laut Angaben seines Departements um ein Abendessen der Finanzminister. Begleitet wird Maurer von Staatssekretär Jörg Gasser.

(sda/cfr/me)

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