1. Home
  2. G20-Länder sollen am Klimaabkommen festhalten

NGOs
G20-Länder sollen am Klimaabkommen festhalten

Protest: Ärger über den Ausstieg der USA aus dem Abkommen. Keystone

Die USA haben ihren Austritt aus dem Klimaabkommen von Paris verkündet. Jetzt haben 300 Organisationen gefordert, dass die verbleibenden G20-Länder ein Zeichen für den Klimaschutz setzen sollen.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Mehr als 300 zivile Organisationen haben die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer zu einem starken Zeichen für Klimaschutz aufgerufen. Auch ohne die USA sollten sie bei ihrem G20-Treffen Anfang Juli in Deutschland am Pariser Abkommen festhalten, forderten sie.

«Wir erwarten von den verbleibenden 19 Mitgliedern, dass sie ihre unumstössliche Verpflichtung zur umfassenden und konkreten Umsetzung der Massnahmen aus dem Pariser Abkommen bestätigen», heisst es in einer gemeinsamen Erklärung der Nicht-Regierungsorganisationen (NGO). Diese sollte am Montag in Hamburg beim Civil20-Gipfel (C20) an die deutsche Kanzlerin Angela Merkel übergeben werden. Merkel ist amtierende Präsidentin der G20 und am 7. und 8. Juli Gastgeberin des G20-Gipfels in der norddeutschen Grossstadt.

Kein Konsens

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai einen Ausstieg seines Landes aus dem Klimaabkommen von Paris verkündet, mit dem der Ausstoss von Treibhausgasen gedrosselt und so die Erderwärmung gemindert werden soll. Schon beim G7-Gipfel im italienischen Taormina hatten die westlichen Industrienationen im Mai keinen Konsens bei dem Thema gefunden. Erstmals in der 42-jährigen Geschichte dieser Gipfel wurde ein Dissens im Abschlussdokument festgeschrieben. Ein ähnliches Vorgehen fordern die NGO jetzt auch für den G20-Gipfel in Hamburg.

In ihrer Erklärung sprechen sich die Organisationen auch für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte, eine Reform von Handelsabkommen und eine Ausweitung der Entwicklungshilfe aus. «Die Welt hat noch nie eine so massive Ungleichheit gesehen», heisst es in der C20-Erklärung. «Acht superreiche Individuen besitzen so viel wie die ganze untere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen.» Zur C20 zählen Organisationen aus aller Welt, die sich für Umweltschutz, humanitäre Hilfe, Frauenrechte oder auch Seuchenbekämpfung einsetzen.

(sda/cfr/chb)
 

Anzeige