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Entlassung
Gab die Uni Zürich illegal Mitarbeiterdaten weiter?

Die Universität Zürich: Der Staatsanwaltschaft sollen Mitarbeiter-Mails zugänglich gemacht worden sein. (Bild: Keystone)

In der Affäre um die Entlassung von Christoph Mörgeli durch die Universität Zürich schaltet sich der Datenschutzbeauftragte ein. Er will prüfen, welche Mitarbeiterdaten die Uni herausgerückt hat.

Veröffentlicht am 07.11.2013

In der Affäre Mörgeli wird der Zürcher Datenschutzbeauftragte Bruno Baeriswyl aktiv. Er hat eine Kontrolle der Bekanntgabe von Mitarbeiterdaten der Universität Zürich an die Strafverfolgungsbehörden in die Wege geleitet.

Mehrere Professoren hatten die Universitätsleitung kritisiert, sie habe der Staatsanwaltschaft ermöglicht, den gesamten E-Mail-Verkehr von Universitätsmitarbeitenden nach Kontakten zu Medien abzusuchen, ohne dass die Uni-Angehörigen darüber informiert worden seien.

Gemäss Baeriswyl ist insbesondere der Umfang der Datenbekanntgabe in Bezug auf die Anzahl der betroffenen Personen und der Datenkategorien von Interesse, aber auch die Art und Weise der Bekanntgabe, wie er in seiner Mitteilung schreibt.

Der Datenschutzbeauftragte kündigte an, über die Resultate seiner Abklärungen und allfällige Massnahmen «zu gegebenem Zeitpunkt» zu informieren.

Protestschrift gegen Entlassung von Professorin

Die stellvertretende Direktorin des Medizinhistorischen Instituts, Iris Ritzmann, erhielt kürzlich die Kündigung. Die Universitätsleitung warf ihr vor, sie habe «schwerwiegende Loyalitätsverletzungen» begangen. Ritzmann habe einem Journalisten des «Tages-Anzeigers» vertrauliche Informationen über das Medizinhistorische Institut zugespielt.

Die Informationen unterstützten eine kritische Berichterstattung über SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der wegen mangelhaften Leistungen vor einem halben Jahr als Leiter des Medizinhistorischen Museums entlassen wurde.

Die Entlassung von Titularprofessorin Iris Ritzmann löste unter Wissenschaftlern einen Sturm der Entrüstung aus. Kritisiert wurde insbesondere Unirektor Andreas Fischer, der gestern seinen vorzeitigen Rücktritt bekanntgab - «aus Angst und Sorge um die Reputation der Universität».

Eine von über 200 Wissenschaftlern unterzeichnete Protestschrift gegen die Entlassung der Medizinhistorikerin Iris Ritzmann soll morgen Freitag als Inserat in der «Neuen Zürcher Zeitung» publiziert werden.

(sda/jev/aho)

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