Der Chef der deutschen Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, verzichtet auf die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl im September. Er schlägt den ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz als Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel vor.

Schulz solle auch Parteichef werden, sagte Gabriel am Dienstag nach Teilnehmerangaben in der SPD-Fraktionssitzung in Berlin. Zuvor hatten das Magazin «Stern» und «Die Zeit» sowie die Nachrichtenagentur Reuters über Gabriels Verzicht berichtet.

«Ich würde scheitern und mit mir die SPD»

Laut «Zeit» wird der jetzige Wirtschaftsminister Gabriel ins Auswärtige Amt wechseln und Nachfolger von Minister Frank-Walter Steinmeier werden. Steinmeier tritt am 12. Februar bei der Bundespräsidentenwahl als Kandidat der grossen Koalition an.

Dem «Stern» sagte Gabriel: «Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern und mit mir die SPDSchulz habe «die eindeutig besseren Wahlchancen». Der 57-jährige Gabriel ist seit 2009 Chef der SPD.

Der 61-jährige Schulz war seit 1994 im Europaparlament und zuletzt Präsident. Er schied Ende vergangenen Jahres aus diesem Amt aus. In der Bundespolitik ist er ein Neuling. Die Bundestagswahl findet am 24. September statt. In Umfragen liegt die SPD weit hinter Merkels deutschen Christdemokraten. Bisher hatte Gabriel als wahrscheinlichster SPD-Kanzlerkandidat gegolten. Schulz dagegen war als Nachfolger von Steinmeier gehandelt worden.

(sda/me/cfr)