Im Streit um unbezahlte Gaslieferungen hat Russland der Ukraine «Erpressung» und «absurde Forderungen» vorgeworfen. Moskau erwarte bis kommenden Montag von Kiew ultimativ die Zahlung von 1,951 Milliarden US-Dollar (rund 1,44 Milliarden Euro), sagte der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, der Agentur Interfax.

Moskau droht Kiew damit, Gas nur noch gegen Vorkasse zu liefern oder den Gashahn abzudrehen. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas - eine Lieferunterbrechung könnte daher auch die Versorgung der EU gefährden. Der seit Monaten schwelende Streit belastet das seit der Einverleibung der Krim durch Russland ohnehin schwer angespannte Verhältnis beider Länder zusätzlich.

«Wiederholt entgegengekommen»

In dem Konflikt sei Gazprom der Ukraine auch auf Bitten der EU-Kommission wiederholt entgegengekommen, sagte Miller. «Damit ist jetzt Schluss, die Frist ist endgültig», betonte er.

Derzeit fordert Gazprom den vertraglich vereinbarten Preis von 485,5 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas. In Verhandlungen hatten die Russen einen Preis von rund 385 US-Dollar angeboten. Die Ukraine will aber nur 268 US-Dollar zahlen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger schloss zuletzt eine Eskalation nicht aus: «Wir bereiten uns auf alles vor.»

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(awp/chb)