Im monatelangen Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine steuern beide Länder möglicherweise auf eine Einigung zu. «Wir haben heute noch kein abschliessendes Paket, aber weitere Fortschritte erreicht», sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Freitag in Berlin nach Verhandlungen beider Seiten. Auch die Energieminister aus Russland und der Ukraine sprachen von Fortschritten. Kommenden Montag sollen die Verhandlungen in Brüssel fortgesetzt werden.

Bis dahin sollen 786 Millionen US-Dollar auf dem Konto des russischen Energiekonzerns Gazprom eingetroffen sein, deren Überweisung die Ukraine am Freitag angekündigt hat. Russland will die Verhandlungen wieder aufnehmen, wenn das Geld tatsächlich angekommen ist. Russland hat die Lieferungen von Gas im Juni, auf die die Ukraine dringend angewiesen ist, von der Begleichung der Altschulden abhängig gemacht.

Russland will Paketlösung

Mit den 786 Millionen Dollar werden die Gaslieferungen für die Monate Februar und März 2014 beglichen. Für diesen Zeitraum war die Gasmenge sowie der Preis von 268 Dollar pro tausend Kubikmeter nach Angaben Oettingers unstrittig. Nach Angaben Oettingers sind aber Rechnungen für Gaslieferungen seit November 2013 offen. Zudem müssen beide Länder noch einen «marktgerechten Preis» für künftige Lieferungen aushandeln.

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Der russische Energieminister Alexander Nowak wertete es als positives Zeichen, dass die Ukraine mit der Zahlung ihrer Schulden begonnen habe. Gleichwohl werde erst abgewartet, bis das Geld in Moskau sei, bevor weiter verhandelt werde. Russland strebe eine Paketlösung an, bei der man sich über den Preis für künftige Gaslieferungen und einen Tilgungsplan für Altschulden einige, sagte Nowak. Die Ukraine hat nach Gazprom-Darstellung offene Rechnungen von 5,2 Milliarden Dollar.

Nach den Worten Oettingers haben der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Union (EU) Finanzhilfen für die Ukraine vorbereitet, damit diese ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann.

(reuters/dbe)