US-Präsident Barack Obama will offenbar rund 3000 Soldaten im Kampf gegen die Ebola-Epidemie nach Westafrika schicken. Das sagte ein ranghoher US-Beamter vor der für Dienstag geplanten offiziellen Vorstellung von Obamas Initiative zum Kampf gegen die Krankheit.

Obama will seinen Plan bei einem Besuch der Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta im Bundesstaat Georgia vorstellen. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass dem US-Militär eine entscheidende Rolle bei der Ebola-Bekämpfung zufallen soll. Es sollen auch 17 Behandlungszentren aufgebaut sowie Tausende Gesundheitshelfer geschult werden.

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88 Millionen Dollar beantragt

Das Weisse Haus hatte am Montag bestätigt, dass Obama beim Kongress zusätzliche 88 Millionen Dollar beantragt habe. Die Mittel sollen als Teil eines Haushaltsgesetzes bewilligt werden, über das Senat und Repräsentantenhaus noch in dieser Woche abstimmen könnten.

Aber nicht nur Obama drängt zur Tat. Der UNO-Sicherheitsrat hat Diplomaten zufolge eine Krisensitzung zur Ebola-Epidemie in Westafrika angesetzt. Es sei erst das zweite Mal, dass sich das 15-köpfige Gremium mit einer Gesundheitskrise befasse, sagte ein Diplomat aus dem Umfeld des Rats am Montag.

Schwerste Ebola-Epidemie aller Zeiten

Im Jahr 2000 habe Aids auf der Agenda gestanden. Das Ebola-Treffen sei für Donnerstag angesetzt worden. Mehr als 2400 Menschen sind bei dem jüngsten, erstmals im März erkannten Ausbruch bislang an der Krankheit gestorben. Es ist die schwerste Ebola-Epidemie seit das Virus vor fast 40 Jahren entdeckt wurde. Knapp 4800 Menschen haben sich mit Ebola infiziert. Besonders schlimm ist die Lage in Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Das tödliche Virus ist hochansteckend. Es kann durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Erbrochenes oder sonstige Ausscheidungen übertragen werden. Eine gezielte Therapie oder Impfung gibt es nicht. Die gegenwärtige Epidemie breitet sich rasant aus. Auch aus Nigeria und dem Senegal wurden Fälle gemeldet.

(sda/ise/me)