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Politik

Geheimdienst-Affäre: Tipp kam von der UBS

Die UBS schlug beim Nachrichtendienst Alarm. (Bild: Keystone)

Der versuchte Datenklau beim Schweizer Geheimdienst sorgt für rote Köpfe. Nun zeigt sich: Die Affäre flog einem Zeitungsbericht zufolge nur dank der Aufmerksamkeit einer Schweizer Grossbank auf.

Veröffentlicht am 30.09.2012

Der Datendiebstahl beim Geheimdienst erschüttert die Schweiz. Nun zeigt sich: Der Datendieb fiel offenbar monatelang als Querulant auf – VBS-Chef Ueli Maurer soll Nachrichtendienstchef Markus Seiler trotz massiver Fehler gedeckt haben.

Und: Der Informatiker, der im Nachrichtendienst (NDB) riesige Mengen vertrauliche und geheime Informationen kopierte, wurde in letzter Minute dank eines Tipps der Grossbank UBS gestoppt. Das berichtet jedenfalls die «Sonntagszeitung» in ihrer jüngsten Ausgabe. 

UBS sei Dank

Wie die Zeitung darüber hinaus berichtet, wollte der Mann bei einer UBS-Filiale in der Region Bern ein Nummernkonto eröffnen. Gegenüber dem Kundenberater gab er sich als «IT-Mitarbeiter des VBS» zu erkennen. Der Bankmitarbeiter stellte kritische Fragen. Weshalb der Mann überhaupt ein Nummernkonto brauche. Zur Kontoeröffnung kommt es nicht. 

Der Kundenberater meldete die Anfrage intern weiter, worauf eine Warnung an die NDB-Spitze erging. Erst nach diesem Tipp stellte der NDB fest, dass Daten kopiert worden waren.

Auf ein Versagen des NDB unter Direktor Markus Seiler deutet laut «Sonntagszeitung» auch der Umstand hin, dass die Führung des Geheimdienstes seit Sommer 2011 von Problemen mit dem Informatiker gewusst haben soll: Dieser soll seinem Vorgesetzten wiederholt Mobbing vorgeworfen haben, hatte immer wieder Absenzen wegen angeblicher Gebrechen und soll als «nicht sehr konstruktiver Mitarbeiter» aufgefallen sein, wie es innerhalb des NDB heisst.

Maurer verteidigt Seiler

Teilweise soll der Mann so weit gegangen sein, dass er Datenbanken mit neuen Passwörtern versah, sodass seine Kollegen nicht mehr damit arbeiten konnten. Zwar wurde die NDB-Personalabteilung laut eingeschaltet, doch der Mann behielt laut «Sonntagszeitung» sein Aufgabengebiet und verfügte bis zuletzt über die vollen Zugriffsrechte zu allen Datenbanken.

Öffentlich verteidigt Bundesrat Maurer derweil Nachrichtendienstchef Seiler: «Das Vertrauen in die NDB-Führung ist absolut vorhanden», sagt Ueli Maurer im Interview mit der «Sonntagszeitung». Seiler brach am Freitag seine Ferien ab. Nächste Woche trifft er sich mit den Spitzen der Sicherheitsdienste zur Lagebeurteilung.

Bei den entwendeten Daten handelt es sich um den ganzen Server des internen E-Mail-Systems SILAN. Das Netz ist gegen aussen abgeschottet, innerhalb tauschen die Geheimdienstler sensible Daten wie Berichte von ausländischen Diensten aus oder geben Anweisungen für Satellitenüberwachungen. Neben dem Mail-Server kopierte der 43-Jährige auch den Speicher seiner Abteilung.

(muv)

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