«Krasnojarsk statt Gorleben» titelt die «Süddeutsche Zeitung» und entlarvt damit die Pläne der Nuklearindustrie für den möglichen Export von Atommüll nach Russland. Dokumente belegen, dass Nuklearmanager schon vor Jahren hinter verschlossenen Türen damit begannen, Alternativen zu einem deutschen Endlagerkonzept zu suchen.

Endstation Ural

Man wollte die strahlende Hinterlassenschaft dort entsorgen, wo es deutlich billiger und unkomplizierter schien als im Atom-Ausstiegsland Deutschland: in den Weiten Russlands, wo die Umweltstandards viel niedriger sind. Selbst Präsident Wladimir Putin war angeblich involviert.

Drehscheibe EnBW

Im Zentrum der umstritten Praxis steht der Energiekonzern EnBW (Energie Baden Württemberg). Er ist der drittgrösste Stromkonzern in Deutschland. Nicht nur beim Rückbau eines Kernkraftwerks hoffte man beim Stromkonzern auf Hilfe wie die Behandlung und Lagerung von Komponenten in Russland. Es ging auch um ausgediente Brennelemente. Und sogar eine Endlager-Option stand den Dokumenten der «Süddeutschen» zufolge im Raum.

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EnBW habe für Russland so etwas wie ein Brückenkopf für das Geschäft mit dem westeuropäischen Müll werden sollen mit dem Ziel, dass auch andere AKW-Betreiber vom EnBE-Müll-Modell profitieren sollten.

(tke/chb)