Der Informatiker Hervé Falciani brachte mit seinen kopierten Kontodaten die Schweizer HSBC-Tochter weltweit in die Schlagzeilen. Heute kooperiert er mit den Steuerbehörden. Nun hat der indische Staat bekannt gegeben, Falciani eine Belohnung zu zahlen – wenn er alles über indische Kunden der HSBC in Genf preisgebe. Das berichten verschiedene indische Zeitungen.

Über die Höhe der Belohnung machte die Regierung keine Angaben, es ist ihr jedoch gesetzlich möglich, bis zu 30 Prozent der eingesackten Gelder an Whistleblower auszuzahlen.

Weitere Liste im Köcher?

Schon im Februar diesen Jahres ging die indische Regierung offenbar auf Falciani zu, als er angedeutet hatte, dass er weitere Daten über 628 indische HSBC-Kunden besitze, über die der indische Fiskus noch keine Informationen habe.

Falciani hatte im Jahr 2007 Kontodaten zu mehr als 100'000 HSBC-Kunden an die französischen Steuerbehörden geliefert. In der Schweiz klagte die Bundesanwaltschaft (BA) Falciani 2014 beim Bundesstrafgericht wegen unbefugter Datenbeschaffung, Verletzung des Geschäftsgeheimnisses und Bankgeheimnisverletzung angeklagt. Hervé Falciani gab Ende Februar 2014 bekannt, dass er sich unter gewissen Bedingungen in der Schweiz einem Gerichtsprozess stellen würde.

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Langes Seilziehen

Der damalige Mitarbeiter der HSBC Private Bank in Genf war schon im Dezember 2008 in der Schweiz polizeilich befragt worden. Damals gab er an, ein Datenbank-Projekt mit fiktiven Namen entwickelt zu haben und mit dieser Geschäftsidee bei dortigen Banken vorstellig geworden zu sein. Als ihn die Bundesanwaltschaft einen Tag später vernehmen wollte, flüchtete er ins Ausland und kehrte bisher nicht in die Schweiz zurück, die BA liess ihn international zur Festnahme ausschreiben.

Im Sommer 2012 wurde er in Barcelona verhaftet, aber nach wenigen Monaten Auslieferungshaft wieder entlassen. Im Mai 2013 entschied der spanische Gerichtshof, den Mann nicht an die Schweiz auszuliefern.

Kriminelle Kunden jeder Couleur

Die Auswertungen der Daten durch verschiedene Zeitungen zeigte dieses Jahr, dass Kunden des Schweizer HSBC-Ablegers in Steuerhinterziehung, Terrorfinanzierung, Drogen- und Waffenhandel involviert waren und führte in diversen Ländern zu Steuerermittlungen.

Diese Kunden offenbart Swissleaks bei HSBC Schweiz

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Verschiedene Stars und politische Berühmtheiten parkten Geld bei der HSBC Schweiz. Hier eine kleine Auswahl. Der uruguayische Fussballspieler Diego Forlán feierte zahlreiche Erfolge und Auszeichnungen. Der Rekordnationalspieler besass zwei Kundenkonten bei der HSBC seit dem Jahr 2006. Seine genaueren Aktivitäten sind unbekannt.

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