Der bernische Kulturdirektor Bernhard Pulver will öffentliche Gelder für die Betreuung der Gurlitt-Sammlung nicht zum vornherein ausschliessen. Das machte er in einem Interview mit der «Berner Zeitung» vom Dienstag deutlich.

Dass Matthias Frehner als Direktor des Kunstmuseum Bern das Erbe nur annehmen wolle, wenn es keiner zusätzlicher öffentlicher Gelder bedürfe, sei «eine gute Grundhaltung», sagte Pulver. «Die Öffentlichkeit würde es auch nicht verstehen, wenn das Kunstmuseum kurz nach einem grosszügigen Erbe mehr Geld verlangen würde.»

Kanton ist alleiniger Subventionsgeber

Finanzielle Zustüpfe des Kantons will Pulver aber nicht kategorisch ausschliessen. «Wenn es sich wirklich um eine Jahrhundertsammlung handelt, die Bern nicht entgehen sollte, und das Erbe wirklich nicht ausreicht, müssten wir weiterschauen.» Die Finanzierung dürfe kein Dogma sein.

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Der Kanton ist seit diesem Jahr alleiniger Subventionsgeber des Kunstmuseums Bern. Dem Kulturdirektor kommt demnach eine wichtige Rolle zu. Er stehe in engem Kontakt mit dem Museum, versicherte Pulver, und «bei Fragestellungen von politischem Ausmass - und das wäre bei Raubkunst gegeben - wird das Museum natürlich Rücksprache mit mir nehmen.»

Vieles bewege sich aber noch im Bereich des Spekulativen. «Wir wissen nicht mehr als die Medien», sagte Pulver.

Der in der vergangenen Woche verstorbene Kunstsammler Cornelius Gurlitt hatte das Kunstmuseum Bern als Alleinerben seiner millionenschweren Sammlung und restlicher Besitztümer eingesetzt. Ob das Kunstmuseum das Erbe annimmt, ist offen.

(sda/vst)