Die Post muss erstmals voll Steuern zahlen, weil sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden ist. Gemäss Informationen der «Schweiz am Sonntag» liefert der gelbe Riese für 2013 rund 200 Millionen Franken an Bund, Kantone und Gemeinden ab. Darüber wird Post-Chefin Susanne Ruoff am kommenden Donnerstag anlässlich der Bilanzmedienkonferenz informieren. Welche Kantone wie viel von den Post-Millionen erhalten – das ist geheim. Weder die Post noch die kantonalen Finanzdirektoren legen das sogenannte Steuer-Ruling offen.

Zürich und Bern die Profiteure

Grösster Profiteur ist offenbar der Kanton Bern, gefolgt vom Kanton Zürich. Was den Fiskus freut, hat bei der Post negative Folgen. Wegen der Steuern bricht ihr Jahresgewinn ein. Er betrug in den vergangenen drei Jahren zwischen 859 und 910 Millionen, nun noch rund 700 Millionen Franken. Dieser Gewinn stammt zu drei Vierteln nicht aus dem Kerngeschäft – der Beförderung von Briefen und Paketen –, sondern von der Postfinance. Ohne die posteigene Bank wäre das Unternehmen nur knapp in den schwarzen Zahlen. Und während der Riesengewinn der Postfinance von nur gerade 3500 Mitarbeitern erwirtschaftet wird, beschäftigen die Kernbereiche Briefe und Poststellen 24 000 Vollzeitangestellte.

Beunruhigend: Der Rückgang bei der Briefmenge hat sich leicht beschleunigt. 2,3 Prozent weniger Briefe wurden 2013 befördert. Das reisst ein Loch von fast 25 Millionen Franken in die Kasse. Deshalb wälzt die Konzernleitung Spar-Ideen. Angesetzt wird beim Personal: Die Post soll Tausende von Stellen nicht mehr besetzen, die frei werden, weil dem Unternehmen eine Pensionierungswelle bevorsteht. Entlassungen sind nicht geplant.

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(tke)