Die spanischen Gewerkschaften wollen mit der 24-stündigen Arbeitsniederlegung gegen eine Arbeitsmarktreform der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy protestieren. Ein landesweiter Generalstreik hat begonnen.

Die Reform hat den Unternehmen die Entlassung von Mitarbeitern erleichtert und die Abfindungssummen gesenkt. Die konservative Regierung betonte, sie werde trotz des Generalstreiks keinerlei Änderungen an der Neuregelung vornehmen.

Madrid erhofft sich von der Reform eine Belebung des Arbeitsmarkts und eine grössere Bereitschaft der Arbeitgeber zur Einstellung neuer Mitarbeiter. Dagegen sehen die grossen Gewerkschaftsverbände CCOO (Arbeiterkommissionen) und UGT (Allgemeine Arbeiter-Union) darin den «tiefsten Einschnitt in die Rechte der Arbeitnehmer seit Spaniens Rückkehr zur Demokratie».

Für den Flugverkehr einigte das Verkehrsministerium sich mit den Gewerkschaften auf bestimmte Mindestdienste. Danach sollen während des Generalstreiks wenigstens 1240 der rund 4500 vorgesehenen Flüge abgewickelt werden. Bei der Eisenbahn, bei U-Bahnen und Fernbuslinien sollte etwa ein Drittel der normalen Verbindungen aufrechterhalten werden.

In Spanien hatten seit dem Ende der Franco-Diktatur (1939-1975) bislang fünf ganztägigen Generalstreiks stattgefunden. Nur beim Streik 1988 gelang es den Gewerkschaften, die Wirtschaft fast komplett zum Stillstand zu bringen. Bei den Ausständen 1985, 1994, 2002 und 2010 dagegen wurden die Streikaufrufe der Gewerkschaften nur in einzelnen Branchen befolgt.

(tno/chb/sda)