Zu Beginn des Generalstreiks in Spanien gegen die Sparpolitik der Regierung sind nach Angaben des Innenministeriums 42 Menschen nach kleineren Auseinandersetzungen festgenommen worden. 15 Personen mussten wegen Verletzungen behandelt werden. 

Nach Angaben der Gewerkschaften lag die Beteiligung an dem zweiten Generalstreik in diesem Jahr in der Automobilindustrie, im Schiffsbau, in der Bau- und der Energiewirtschaft bei fast hundert Prozent. Eine Sprecherin des Innenministeriums, Cristina Diaz, wollte das nicht bestätigen. Von dem Ausstand sei im Transportwesen und in den Grossmärkten fast nichts zu spüren. Der Energieverbrauch sei um elf Prozent gesunken.

Polizeieskorten im Nahverkehr

Seit Mittwochmorgen haben die Streiks ohne weitere Zwischenfälle begonnen. Laut spanischen Medienberichten ist die Anzahl der Festnahmen bislang geringer, als beim ersten Generalstreik im März dieses Jahres. 

Während die Arbeiten in der Industrie teilweise zum Stillstand gekommen sind, verläuft der öffentliche Personenverkehr in den Grossstädten mit nur geringen Einschränkungen. Einige Busse werden von der Polizei eskortiert.

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Normalität herrscht bislang auch am Madrider Flughafen Barajas. Dagegen kommt es an den vier zentralen Grossmärkten des Landes bei der Lebensmittelzulieferung zum Stillstand. 

Generalstreik auch in Portugal

Ein Generalstreik aus Protest gegen neue Sparmassnahmen der Regierung hat heute weite Teile des öffentlichen Lebens in Portugal lahmgelegt. U-Bahnen und Züge fuhren nicht, Fluggesellschaften mussten etliche Flüge streichen.

Die Aktion sei ein starkes Signal des Unbehagens und eine Botschaft an die europäischen Regierungen, sagte der Generalsekretär des portugiesischen Gewerkschaftsbunds CGTP, Armenio Carlos. Der Verband hatte zu dem Streik aufgerufen.

Die portugiesische Fluggesellschaft TAP annullierte fast die Hälfte ihrer Flüge. In Spitälern legten bis zu 90 Prozent der Beschäftigten die Arbeit nieder.

Proteste gegen die Troika

Auf Spruchbändern forderten Demonstranten «Raus mit der Troika», um gegen die Sparvorgaben der internationalen Geldgeber Portugals zu protestieren, die das Land im Gegenzug für eine Krisenhilfe von 78 Milliarden Euro umsetzen soll.

Der CGTP hatte Proteste in etwa 40 Städten angekündigt, die auf die Probleme der Portugiesen aufmerksam machen sollen.

Streiks und Proteste waren auch in Italien, Griechenland, Frankreich und Belgien geplant. Spanien hat mit 25 Prozent die höchste Arbeitslosenrate in Europa.

(aho/muv/sda)