Im Kanton Genf liess ein einziger Steuerzahler im vergangenen Jahr die Steuereinnahmen um 415 Millionen Franken ansteigen. Weil in der Staatsrechnung dennoch bloss ein leichter Überschuss von 6 Millionen Franken resultierte, zeigte sich die Kantonsregierung unzufrieden.

Die Genfer Staatskasse konnte sich im vergangenen Jahr über ein bedeutendes Steuerdossier besonders freuen. Ein einziger reicher Steuerpflichtiger liess die Einnahmen bei den natürlichen Personen um 415 Millionen Franken ansteigen.

Der Genfer Finanzdirektor Serge Dal Busco (CVP) machte am Dienstag keine Angaben zur Identität des Steuerzahlers. Allerdings ist bekannt, dass dieser der Gemeinde Anières am südlichen Ufer des Genfersees zu einem ausserordentlichen Überschuss verhalf.

Weil der Kanton aber viele Steuerzahler zu hoch eingeschätzt hatte, mussten viele Veranlagungen nach unten korrigiert werden. Unter dem Strich lagen die Steuereinnahmen noch 281 Millionen Franken über dem Budget. Die gesamten Erträge des Kantons beliefen sich auf 7,950 Milliarden Franken.

Der Gesamtaufwand betrug 7,944 Milliarden Franken und lag damit 222 Millionen Franken über dem Budget. Dies ist hauptsächlich auf eine Rückstellung von 203 Millionen Franken zur Sanierung der öffentlichen Pensionskasse zurückzuführen.

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Der Personalaufwand und die allgemeinen Aufwände blieben hingegen unter dem Budget. Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf 546 Millionen Franken, wovon der Löwenanteil von 112 Millionen Franken an die S-Bahn CEVA ins französische Grenzgebiet ging.

Schuldenberg weiter gewachsen

Gemessen an der sehr erfreulichen Entwicklung der Genfer Wirtschaft im Jahr 2014 müsste ein deutlicher Überschuss resultieren, damit die Investitionen selbst finanziert werden könnten, hielt die Genfer Regierung fest.

Der leichte Überschuss genüge nicht, damit der Kanton etwas gelassener in die Zukunft gehen könne. Trotz der schwarzen Zahlen in der Staatsrechnung stiegen die Genfer Schulden um 600 Millionen Franken auf 13,39 Milliarden Franken an.

Wegen des tiefen Zinsniveaus blieben die Zinsaufwände mit 230 Millionen Franken stabil. Die hohe Schuldenlast bleibe jedoch der Schwachpunkt des Kantons, sagte Finanzdirektor Dal Busco. In den nächsten Jahren soll der Schuldenabbau vorangetrieben werden.

Allerdings sind die Aussichten für die kommenden Jahre eher trüb. Wegen eines gebremsten Wirtschaftswachstums rechnet der Kanton Genf mit tieferen Steuereinnahmen.

(sda/chb)