Die Genfer Bauarbeiter haben einen Streik für den 11. November angekündigt. Sie wollen damit den Druck auf den Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) erhöhen, den Schutz der Arbeitnehmer im Rahmen eines neuen Gesamtarbeitsvertrages zu verbessern.

Die Maurer verlangen eine Lohnerhöhung von 150 Franken für alle. Zudem fordern sie eine Lösung zur Sicherung der Frührente ab 60, die in einem gesonderten Vertrag geregelt ist. Der Baumeisterverband habe erst kürzlich Verhandlungen über diese zwei Punkte zugesagt, sagten Gewerkschaftsvertreter am Mittwoch vor den Medien in Genf.

Unwetterfonds und unbefristete Verträge

Weiter forderten die Genfer Gewerkschaften die Schaffung eines Unwetterfonds, eine Begrenzung der Anzahl Temporärarbeiter sowie Massnahmen gegen Lohndumping und gegen die Entlassung von älteren Arbeitnehmern.

Der aktuell gültige Gesamtarbeitsvertrag für rund 80'000 Bauarbeiter, in der Branche Landesmantelvertrag genannt, läuft Ende Jahr ab. Die Baumeister haben den Gewerkschaften angeboten, den bestehen Landesmantelvertrag, in ihren Augen "der sozialste Gesamtarbeitsvertrag aller Handwerksbranchen", ohne Änderung zu verlängern.

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Arbeitsstörende Massnahmen

Erst am vergangen Freitag hatten auf einer Baustelle in Bern-Bümpliz haben rund 30 Bauarbeiter eine verlängerte Mittagspause eingezogen. Mit dieser Aktion wollte die Gewerkschaft Unia ihre Forderungen an einen neuen GAV unterstreichen.

Wenige Tage zuvor hatte der Baumeisterverband bei den Gewerkschaften für rote Köpfe gesorgt mit der Ankündigung, landesweit Unterschriften für eine Verlängerung des bestehenden Vertrages zu sammeln. Die Gewerkschaften sehen darin einen peinlichen Versuch der Instrumentalisierung der Bauarbeiter.

Arbeitgeber blockieren Verhandlungen

Die Fronten im Schweizer Baugewerbe sind seit Monaten verhärtet. Seit Februar 2015 haben die Gewerkschaften nach eigenen Angaben dem Baumeisterverband bereits fünf Mal Verhandlungstermine vorgeschlagen, die von den Arbeitgebern bisher alle abgelehnt worden seien. Der Baumeisterverband zeige keine Verhandlungsbereitschaft und unternehme alles, um die Gewerkschaften zu einer reinen Verlängerung der Vertrages zu zwingen.

(sda/me)