Kubas langjähriger Machthaber wurde oft totgesagt. Jedes Mal meldete er sich zurück – manchmal gar mit aufsehenerregenden Auftritten wie im Oktober 2012. Damals beschimpfte er seine Widersacher in einem Artikel als «Unglücksraben». Nun verbreiten sich über soziale Medien Gerüchte über den Tod von Fidel Castro.

Für dieses Gerücht sprach zuerst, dass kurzfristig eine Pressekonferenz für nationale und internationale Medien in Havanna einberufen worden sein soll. Inzwischen dementierte die Regierung. Es gäbe keine Pressekonferenz. Als Indiz für das Gerücht wurde auch gesagt, dass in Havanna angeblich Strassen repariert werden, die zum Friedhof Santa Ifigenia führen, wo Militärgrössen beerdigt werden. Ausserdem ist der Ex-Staatschef schon lange nicht mehr öffentlich aufgetreten. Bestätigt ist freilich gar nichts.

Historische Zäsur blieb unkommentiert

Ein Jahr ist es her, seitdem der 88-Jährige das letzte Mal in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Er hat sich auch nicht zur historischen Annäherung zwischen Kuba und den USA geäusserst. Im Dezember begann das Tauwetter zwischen den zwei Nationen, nachdem 50 Jahre Eiszeit herrschte.

Anzeige

Die einjährige Absenz markiert die längste Periode fern der Öffentlichkeit seit 2006, als er die Führung des Staates aus gesundheitlichen Gründen an seinen Bruder Raùl Castro abtrat. Er herrschte zwei Jahre interimistisch und wurde 2008 vom kubanischen Parlament offiziell zum Nachfolger seines Bruders gewählt.

49 Jahre im Amt

Castro war aber nicht nur Staatspräsident, sondern ametete auch gleichzeitig als Staatsratsvorsitzender sowie Vorsitzender des Ministerrates. Ausserdem war er Oberbefehlshaber der kubanischen Armee und erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas. Die Führung der Partei gab Fidel 2011 an Raùl ab.

Der kubanische Revolutionär war 49 Jahre lang an der Macht. Kein anderer Nicht-Monarch des 20. Jahrhunderts herrschte länger über eine Nation. Castro hat in seiner Amtszeit von 1959 bis 2008 zehn US-Präsidenten erlebt.