Die schärferen Regeln gegen Insiderhandel sind noch nicht unter Dach und Fach. Der Ständerat hat an einer letzten Differenz zum Nationalrat festgehalten: Er lehnte eine vom Nationalrat beschlossene Erweiterung der Strafnorm ab.

Konkret diskutierte der Ständerat darüber, ob Insiderhandel teilweise auch dann strafrechtlich geahndet werden soll, wenn die Tat begangen wurde, ohne dass jemand einen Vermögensvorteil erlangt hat. Der Ständerat lehnte dies mit 27 zu 15 Stimmen ab. Die kleine Kammer folgte damit dem Bundesrat.

Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf erklärte, die zusätzliche Verschärfung würde zu einer unverhältnismässigen Ahndung der Tat führen. Sie erinnerte auch daran, dass der Insiderhandel nach dem neuen Recht bereits in jedem Fall - also auch ohne erlangten Vermögensvorteil - durch die Aufsicht verboten ist.

Neu können für das Ausnützen vertraulicher und kursrelevanter Informationen auch Hedgefonds und private Investoren bestraft werden. Wegen der engen Umschreibung im Gesetz ist der Kreis möglicher Insider heute eng beschränkt.

Im revidierten Börsengesetz wird neben dem Insiderhandel auch die Marktmanipulation an der Börse strenger geahndet. Diese Verschärfungen hatte der Nationalrat in der Sommersession gutgeheissen.

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(muv/jev/sda)