Versicherte sollen im ambulanten Bereich ihren Arzt in der Schweiz frei wählen können, ohne dass ihnen dadurch finanzielle Nachteile entstehen. Nach dem Ständerat hat auch die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK) einer Gesetzesänderung zugestimmt.

Sie hiess die Vorlage einstimmig gut, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Heute werden die Kosten höchstens nach dem Tarif vergütet, der am Wohnort oder am Arbeitsort eines Versicherten oder in dessen Umgebung gilt. Sind die Kosten für die Behandlung an einem anderen Ort höher, muss der Versicherte die Differenz übernehmen.

Mehr Zusammenarbeit mit Ausland

Das soll nun mit der Revision des Krankenversicherungsgesetzes geändert werden. Gleichzeitig will der Bundesrat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen verstärken. Heute kann die Grundversicherung die Kosten von medizinischen Behandlungen im grenznahen Ausland nur im Rahmen von befristeten Pilotprojekten übernehmen.

Weitere Änderungen betreffen Grenzgänger, die in einem EU-Staat wohnen und in der Schweiz versichert sind. Neu sollen sie bei einer stationären Behandlung in der Schweiz unter den Listenspitälern frei wählen können. Dabei soll höchstens der Tarif jenes Kantons übernommen werden, zu dem sie einen Anknüpfungspunkt haben.

Widerstand der Kantone

Hier hat die Nationalratskommission jedoch eine Änderung angebracht: Anders als der Ständerat will sie die Kantone wie bei in der Schweiz wohnhaften Personen verpflichten, für den kantonalen Anteil aufzukommen.

Das hatte zuerst auch der Bundesrat vorgeschlagen. Weil sich die Kantone dagegen wehrten, verzichtete er aber darauf und beliess die gesamten Kosten bei den Krankenkassen. Für die Kantone wäre die Version der Nationalratskommission mit Mehrkosten von über 11 Millionen Franken verbunden.

(sda/ise/ama)