Für das laufende Jahr rechnet die KOF mit einem Anstieg von 2,1 Prozent, für 2015 geht sie von 2,8 Prozent aus. Für 2016 sagt die am Dienstag präsentierte KOF-Prognose eine Zunahme von 3,7 Prozent voraus.

Die Gesundheitsausgaben steigen damit von rund 71,3 Milliarden Franken im Jahr 2013 auf 77,6 Milliarden Franken im Jahr 2016. Die Zahlen für 2013 sind eine «rückwirkende Prognose». Die offiziellen Zahlen des Bundsamtes für Statistik für 2013 werden erst im kommenden Jahr veröffentlicht.

Fallpauschalen führten zu Kostenschub

Stationäre Behandlungen bilden den grössten Posten der Gesundheitsausgaben. Hier erwarten die Forscher einen Kostenanstieg von über zwei Milliarden auf 35,7 Milliarden Franken in 2016. Ähnlich soll sich der zweitgrösste Posten entwickeln, die ambulante Behandlung von Patienten. 2013 summierten sich die Ausgaben dafür auf 23,7 Milliarden. 2016 sollen es bereits 26,2 Milliarden Franken sein.

Im langjährigen Schnitt liegt der Kostenanstieg für alle Ausgaben bei 3,9 Prozent. Zuletzt belief sich das Kostenplus 2013 auf 4,9 Prozent. Hauptgrund für diesen überdurchschnittlichen Anstieg ist die 2012 eingeführte neue Spitalfinanzierung.

Preissenkungen sind nicht nachhaltig

Vor allem Preissenkungen bei Medikamenten und die moderat steigenden Löhne bremsen die Steigerung der Gesundheitsausgaben in den kommenden Jahren aber leicht ab, erläutert Prof. Marko Köthenbürger von der Konjunkurforschungsstelle. Ersteres beziffert das Bundesamt für Gesundheit auf 720 Millionen Franken.

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«Preissenkungen beeinflussen das Kostenwachstum aber nicht nachhaltig, weil neu zugelassene Medikamente in der Regel viel teurer sind», heisst es in der Mitteilung. Ab 2016 werde sich das Ausgabenwachstum der Prognose zufolge wieder beschleunigen, weil keine kostendämpfenden Faktoren auszumachen sind.

Primäre Kostentreiber sind die Mengen

Felix Schneuwly, Krankenkassenexperte beim Internet-Vergleichsdienst comparis.ch sagt dazu: «Primäre Kostentreiber sind die steigenden Mengen und nicht die Preise. Deshalb haben Preissenkungen jeweils nur eine kurzfristige Wirkung auf die Kosten und Krankenkassenprämien.»

Die KOF publiziert ihre Prognose zur Entwicklung der Gesundheitsausgaben zweimal jährlich. Die Herbstprognose wird vom Internet-Vergleichsdienst comparis.ch, die Frühjahrsprognose von der Firma TopPharm mit einem Forschungsbeitrag unterstützt.

(sda/ise)