Die Krankenkassenprämien werden für viele Haushalte zu einer immer grösseren Last. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) verlangt darum höhere Prämienverbilligungen. Ziel ist es, dass kein Haushalt mehr als 10 Prozent des Einkommens für die Krankenkasse aufwenden muss.

Diese Forderung hat der SGB am Montag anlässlich seiner Jahresmedienkonferenz in Bern erhoben. Die Mehrkosten würden sich auf gut 2 Milliarden Franken belaufen. In einem weiteren Schritt sollen die Ausgaben für die Prämien auf höchstens 8 Prozent des Einkommens gesenkt werden. Längerfristig strebt der SGB einkommensabhängige Krankenkassenprämien an, was tiefe Einkommen entlasten würde.

Verdoppelung seit 1997

Seit 1997 hätten sich die Prämien nahezu verdoppelt, während die Löhne nur um 10 und die Prämienverbilligungen um 36 Prozent gestiegen seien, kritisiert der Gewerkschaftsbund. Weil inzwischen mehrere Kantone bei den Prämienverbilligungen sparten, werde sich diese Schere weiter öffnen.

Das gleiche gelte für die Lohnschere: Im «Verteilbericht 2015» stellt der SGB fest, dass die Spitzenlöhne seit den 1990er-Jahren um 40 Prozent zugelegt haben, während tiefe Einkommen um 8 und mittlere um 12 Prozent stiegen.

Besorgniserregende Lohnentwicklung

Als «besorgniserregend» bezeichnet der SGB die Entwicklung der Löhne von Berufstätigen mit abgeschlossener Lehre: Diese stiegen zwischen 1996 und 2012 nur um etwas mehr als 4 Prozent. Eine Lehre müsse sich lohnen, auch beim Lohn, schreibt der Gewerkschaftsbund. Er will darum weiter für gute Gesamtarbeitsverträge und generelle Lohnerhöhungen kämpfen.

Noch ungleicher als das Einkommen der Erwerbstätigen ist jenes der Rentnerinnen und Rentner verteilt. Bei den Altersrenten wirke die AHV zwar ausgleichend, die ungleiche Verteilung der Renten aus der zweiten und dritten Säule hebe diesen ausgleichenden Effekt aber wieder auf, heisst es in dem Bericht.

(awp/sda/ise/ama)