«Lange dauert die Entscheidung nie», sagt Mitinitiant Ulrich Schlüer auf die Frage, ob die Überzeugungsarbeit für die Initiative «Rettet unser Schweizer Gold» leicht falle. Allerdings erinnern sich die Leute auch nicht lang daran, unterschrieben zu haben. Und daran krankt die Unterschriftensammlung.

Zwar habe man mit 2 Monaten Spielraum schon 90'000 Unterschriften beisammen, erklärt Schlüer weiter. Aber man habe nicht damit gerechnet, dass so viele Leute zweimal unterschreiben. Diese ungültigen Zweitunterschriften haben die Initiative zurückgeworfen.

Damit dürfte das Minimalziel von 100'000 Unterschriften bis zum 20. März noch nicht ganz in Sichtweite liegen. So konnten die Initianten den Stand seit Oktober lediglich um ungefähr 15'000 Unterschriften steigern.

Gold als Kissen der Nationalbank

Doch was soll die Initiative? «Gold ist ein sicherer Wert. Hohe Goldbestände garantieren dem Franken Glaubwürdigkeit», erklärt Ulrich Schlüer. Den Einwand, dass ein verpflichtender Gold-Mindestbestand die Flexibilität der Nationalbank einschränke, lässt er nicht gelten: «In guten Zeiten muss die SNB höhere Bestände anhäufen, so kann sie - auf der Grundlage solider Reserven - glaubwürdiger reagieren, wenn sie muss.»

Sowieso sei ein starker Franken nur ein Problem, wenn die Aufwertung plötzlich komme. Namentlich beim Zerfall des Dollar seit den siebziger Jahren habe sich gezeigt, dass die starke Währung Schweizer Unternehmen zu Spitzenqualität zwinge. «Dem verdankt die Schweizer Industrie ihren heutigen Spitzenrang.»

Anzeige

Auf Anfrage will die Nationalbank die Initiative nicht kommentieren. Grundsätzlich warte man erst das Ende der Unterschriftensammlung ab, bis man sich dazu äussere, heisst es von Seiten der SNB.