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Abstimmung
Gold-Initiative: Ständerat gegen SVP-Kollegen

Drei SVP-Politiker sind die treibenden Kräfte hinter der umstrittenen Gold-Initiative. Sogar in der eigenen Partei wächst der Widerstand: Das Referendum sei ein «Eigentor», so Ständerat Alex Kuprecht.

Von Mathias Ohanian
am 22.10.2014

Ende November kommt die Gold-Initiative zur Abstimmung. An diesem Freitag sollen Umfragen erstmals zeigen, was die Schweizerinnen und Schweizer über den Vorstoss denken. Unter den meisten Fachleuten ist die Sachlage klar: Kaum ein Wirtschaftsexperte hält die Initiative der beiden SVP-Nationalräte Lukas Reimann und Luzi Stamm sowie alt Nationalrat Ulrich Schlüer für sinnvoll. Widerstand formiert sich jetzt selbst aus den eigenen Reihen. «Die Goldinitiative ist ein Eigentor», sagt SVP-Ständerat Alex Kuprecht.

Der diplomierte Versicherungsfachmann gehört einer überparteilichen Allianz gegen die Gold-Initiative an, die heute vor Medien in Bern ihre Position präsentieren will. Handelszeitung.ch sprach vorab mit Kuprecht. Der Ständerat betont, dass Gold wie andere Edelmetalle und Wertpapiere ebenfalls ständigen, oft sehr starken Marktschwankungen unterliege. «Daneben bin ich für eine absolute Unabhängigkeit der Nationalbank», sagt er.

Keine SNB-Gewinne an die Kantone?

Ein weiteres grosses Problem: Mit der Gold-Initiative könnte die SNB möglicherweise keine Gewinne mehr an die Kantone ausschütten. Damit jedoch polierten die Kantone und Bund in den vergangenen Jahren regelmässig ihre Finanzen auf. Fakt ist, dass die SNB wegen des gesunkenen Goldpreises im vergangenen Jahr einen Verlust von 15 Milliarden Franken machte und überhaupt kein Geld ausschüttete.

Daneben fordert die Initiative, dass die Schweiz alle ihre noch im Ausland lagernden Goldbestände wieder in die Schweiz holen soll. Auch das jedoch hält Kuprecht für sinnlos. «70 Prozent sind in der Schweiz gelagert, nur 30 Prozent in Kanada und Grossbritannien – eine solche geografische Diversifizierung erachte ich als sehr gut.»

SNB soll kein Gold mehr verkaufen dürfen

Unter anderem fordert die Initiative, dass die Nationalbank – erstens – kein weiteres Gold verkaufen darf und – zweitens – innert zwei Jahren ihre im Ausland lagernden Reserven in die Schweiz zurückholen muss. Zudem verlangt der Vorstoss, dass die SNB künftig 20 Prozent ihrer Aktiven in Gold zu halten hat.

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